Der Mutter-Killer sitzt seit gestern vor Gericht. Er hatte mit einem Küchenmesser zugestochen. Foto: Pressefoto Wagner

Die Mutter wollte ihrem Sohn helfen. Sie räumte für Viktor K. (34) ihr Zimmer, nahm ihn auf. Nun steht der Sohn wegen Totschlags vor Gericht. Er senkte den Kopf, als der Staatsanwalt die Vorwürfe verlas. Es war 5.30 Uhr, als Viktor K. am 31. März in einem Streit auf seine Mutter losgegangen sein soll. Mit einem großen Küchenmesser.

Er habe Lilli K. in ihrer Wohnung in Marzahn „diverse Messerstiche“ versetzt. Seine Schwester (20) hörte die Schreie der Mutter. Doch die damalige Abiturientin rüttelte vergeblich an der Tür ihres Zimmers. Sie war eingeschlossen. Sie rief die Polizei an, machte dann verzweifelt Lärm, um Nachbarn zu alarmieren. Viktor K., der bereits mehrfach in Psycho-Kliniken behandelt werden musste, legte das Messer nicht weg. Die Mutter entkam noch in den Hausflur. Er habe sie verfolgt, weiter zugestochen. Bis sie tot war.

Die Tochter nun im Zeugenstand. Sie nahm alle Kraft zusammen, sagte unter Tränen:. „Ich bekam mit, dass sich meine Mutter gewehrt hat. Sie schrie, dass er aufhören soll.“ Weil sie selbst eingesperrt war, machte sie Krach. Bis eine Nachbarin kam und aufschloss. Sie sah ihren Bruder als Täter: „Nackt kam er mit dem Messer. Er war voller Blut, wirkte wütend, emotionslos.“ Er sagte nichts.  

Viktor K. hatte sich in den Monaten vor der Tat verändert. Die Schwester: „Wir bekamen mit, dass er seine Medikamente abgesetzt hatte.“ Er habe sich die Haare abrasiert, mit starken Drogen begonnen, sich manchmal tagelang eingeschlossen. Für Mitte April sei ein Drogenentzug geplant gewesen. Bis dahin sollte er bei der Mutter wohnen. Die Schwester: „Mama versuchte alles, damit er Hilfe bekommt.“ Die Staatsanwaltschaft strebt nun seine Unterbringung in der Gerichtspsychiatrie an. Weil Viktor K. für die Allgemeinheit gefährlich sei. Der Prozess wird Freitag fortgesetzt.