So „parkte“ der Dieb den Porsche ein – im Tunnel zum S-Bahnhof Kaulsdorf. Pudwell

Der geklaute Porsche ratterte am Ende einer wilden Flucht über eine steile Treppe in eine Tunnel-Unterführung. Der Fahrer lässig zum Richter: „Das war der perfekte Parkplatz.“

Marco D. M. (47) hat bereits ein ellenlanges Vorstrafenregister – wohl um die 30 Einträge. Nun geht es um die irre Verfolgungsjagd – angeklagt als verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Unfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis - sowie um Einbruch, Diebstahl, Raub.

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Es war 3 Uhr morgens, als Polizisten am 8. August in Lichtenberg auf einen roten Porsche 968 aufmerksam wurden. Ein geklauter Flitzer, der driftend von der Landsberger Allee in die Siegfriedstraße abbog. Die Anklage: „Mit durchdrehenden Reifen und stark überhöhter Geschwindigkeit fuhr er an dem Zeugen vorbei.“

Marco D. M. (47) hat bereits ein ellenlanges Vorstrafenregister – wohl um die 30 Einträge. Jetzt steht der Wiederholungstäter wieder vor Gericht. KE.

Mit Blaulicht und Martinshorn nahmen Polizisten die Verfolgung auf. Marco D. M.: „Ich wollte aber Abstand halten.“ Immer wieder soll er abrupt abgebremst haben, um einen Auffahrunfall zu provozieren. Er bestritt es grinsend: „Bin in einer 30er Zone nur von 50 auf 30 gegangen.“

Der Porsche 968 wurde mit einem Hubschrauber verfolgt

Von der Joseph-Orlopp-Straße preschte er auf die Möllendroffstraße, um dann nach rechts auf die Herzbergstraße abzubiegen. Hinter ihm deutlich inzwischen mehrere Polizeiwagen. Nichts zu machen: Der Porsche raste über die Altlandsberger Chaussee Richtung Autobahn.

Die Polizeikräfte brachen die weitere Verfolgung ab. Wenig später aber war ein Hubschrauber im Einsatz. Der geklaute Porsche wurde auf einer Bundesstraße entdeckt. Er bretterte Richtung Berlin.

Das Ende der Flucht am S-Bahnhof Kaulsdorf: Der Raser soll die Kontrolle über den Sportwagen verloren haben. Rumms: Der Porsche stürzte Stufe für Stufe die Treppe der Fußgänger-Unterführung hinunter. Die Anklage: „Wo er mit der dortigen Wand kollidierte.“

Porsche-Dieb Marco D. M.: „Ich klaue Autos, fahre ohne Führerschein, aber ich breche nicht in Häuser ein.“

Marco D. M. wurde gefasst, als er zu Fuß entkommen wollte. Derzeit sitzt er wegen einer früheren Verurteilung in Strafhaft. Mit Gewalt habe er nichts zu tun, so der Kfz-Mechaniker. Marco D. M.: „Ich klaue Autos, fahre ohne Führerschein und nehme Betäubungsmittel, aber ich breche nicht in Häuser ein.“

Der rote Porsche? „Den habe ich nicht selber entwendet.“ Er sei auf Probe- und Auslieferungsfahrt gewesen. Marco D. M.: „Für gewisse Herrschaften habe ich Fahrzeuge aufgearbeitet. Solche Autos sind dann als Drogen-Taxis unterwegs.“

Feuerwehrleute versuchen, den roten Flitzer zu bergen. Pudwell

Danach war der geständige Teil beendet. Der Mechaniker zu einem geklauten VW: „Da saß ich nur mal drin, wusste nicht, dass der gestohlen war.“ Ähnlich bei einem geklauten Audi. D. M.: „Das war Herr B., ich muss später mal zugestiegen sein.“ Er habe auch keinen Mann in einem Musik-Probenraum überfallen und beraubt.

Geradezu als Samariter will er im Fall eines Einbruchs in ein Haus in Rummelsburg aufgetreten sein: „Der Täter war auch B., der könnte mein Sohn sein. Ich habe dann einen Karton mit persönlichen Sachen der Bestohlenen zurückgebracht.“ Einen Zettel habe er hinterlassen: „Sorry, aber ich habe dem Dieb gesagt, dass man bestimmte Dinge nicht klaut.“ Fortsetzung: 3. August.