Pofessor Doktor Michael Tsokos sagte am Dienstag im Mordprozess aus.
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Der Killer rammte ein Messer mit massiver Wucht in den Hals von Chefarzt Fritz von Weizsäcker (59) – so kräftig, wie es der renommierte Charité-Rechtsmediziner Michael Tsokos (53) in seiner langjährigen Berufspraxis äußerst selten gesehen hat.

Der Mann, der die Leichen befragt, im Mord-Prozess gegen Gregor S. (57). Tsokos, der den Leichnam des Chefarztes obduzierte: „Es ist ungewöhnlich, dass ein einzelner Stich so heftig geführt wird.“ 14 Zentimeter der Stichkanal. Gleich drei Todesursachen stelle der Pathologe fest. Blutverlust, Luftembolie „außerdem ist er ertrunken an seinem eigenen Blut“. Rettung nicht möglich.

Fünfter Tag im Prozess um den Mord an dem Berliner Professor und jüngsten Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Gregor S., ein Packer aus Andernach in Rheinland-Pfalz, war am 19. November nach Berlin gereist. Am Abend tötete er Fritz von Weizsäcker während eines Vortrages in der Schlossparkklinik.

Ein Killer, der in einer wirren Welt lebte und vor Gericht gestand: „Ich bin froh, dass er tot ist.“ Ein Anschlag aus Hass gegen die Familie Weizsäcker– „seit Jahren mein Ziel“. Ein Neurotiker mit Handwasch-Zwang, der andererseits im Dreck lebte.

Der Hausverwalter (73): „Seine Wohnung ein Loch, muffig, die Toilette ekelhaft.“ Im Wohnungs-Zoff wurde er bedrohlich. Der Hausbesitzer (67): „Mit einer Papiertüte über dem Kopf schlich er auf meinem Grundstück herum.“ Eine Hauswand war hinterher mit Öl beschmiert, das Auto zerkratzt. Der Angeklagte S. rief dazwischen: „Es ging um eine Maus in meiner Wohnung.“ Freitag soll ein Psycho-Gutachter zur Frage der Schuldfähigkeit von S. gehört werden. KE.