Heinz-Christian Strache stolperte über untragbare Aussagen, die er in einer Villa auf Ibiza sagte. Er wusste nicht, dass er dabei aufgenommen wurde. Foto: imago images/Alex Halada

Es war der Polit-Skandal im Jahr 2019. Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus von der rechtradialen österreichischen Partei FPÖ fabulierten zwischen Koks und Wodka-Redbull in einer Villa auf Ibiza über eine Übernahme der Kronen Zeitung, verdeckte Spenden und Vetternwirtschaft, äußerten sich abfällig über den österreichischen Kanzler Kurz, mit dem die FPÖ damals koalierte, und bezeichneten Journalisten als die„ größten Huren auf diesem Planeten“. Nun wurde der Mann in Berlin festgenommen, der hinter den Aufnahmen stecken soll.

Wie die Kronen Zeitung berichtet, handelt es sich bei dem festgenommenen Mann um Julian H. Gemeinsam mit einem Anwalt soll der vorbestrafte Profi für Industriespionage das Hirn hinter dem heimlich aufgezeichneten Video gewesen sein. Er soll die russische Investorin als Lockvogel sowie Abhörgeräte und die angemietete, verwanzte Villa auf Ibiza organisiert haben.

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Er soll sogar im Video selbst zu sehen gewesen sein, sich als Begleiter und Dolmetscher der vermeintlichen russischen Oligarchin, der Strache und Gudenus bereit waren, alles anzubieten, ausgegeben haben. Immer wieder habe er dort das Gespräch auf korrumpierende Themen wie verdeckte Parteispenden, den Verkauf der Kronen Zeitung oder welche Gönner die heimische Politik sponsern gelenkt, heißt es.

Viele Monate hatten die Ermittler nach dem Hintermann des Videos gesucht und nach H. mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet. Nach einem Tipp aus rumänischen Ermittlerkreisen hatten sich laut Kronen Zeitung österreichische Beamte und Berliner Zielfahnder auf die Lauer gelegt, nachdem H. aus Osteuropa in die deutsche Hauptstadt geflogen sei. 

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Die Ermittler erhoffen sich von der Festnahme der Schlüsselfigur, auch die letzten Geheimnisse des Ibiza-Krimis lösen zu können. Denn der Privatdetektiv kenne alle schmutzigen Details der Falle samt Geldflüssen und den Namen des vermeintlich russischen Lockvogels.

Während auf Julian H. nun wohl ein Prozess wartet, ist Heinz-Christian Strache nach seinem Austritt aus der FPÖ längst zurück auf der politischen Bühne Österreichs. Der ehemalige Burschenschafter hat seine eigene Partei gegründet - und hat angekündigt auch ein Medium zu gründen.