Felix H. (33) vor Gericht: Gierig griff er als Mitarbeiter einer Versicherung in die Kasse. Foto: Pressefoto Wagner

Sein Gehalt war prima, aber für Luxus musste es schon mehr sein: Gierig griff Felix H. (33) als Mitarbeiter einer Versicherung in die Kasse. Fast 320 000 Euro überwies er auf Konten seiner Ehefrau.

Das Paar nun vor Gericht. Sie (33) tupfte sich die Augen. Er senkte den Kopf. Der Versicherungskaufmann: „Aus Liebe habe ich es gemacht. Ich wollte meine Frau auf Händen tragen.“ Ihr und den beiden Kindern (4) mehr bieten, als das Einkommen hergab. Noble Dinge. Eine Eigentumswohnung.

Der Schwindel begann im Sommer 2014. H. war damals seit sechs Jahren in der Firma und sehr angesehen. Der Revisor als Zeuge (37): „Ein Leistungsträger.“

Er wurde gefördert, hospitierte auch für ein paar Wochen in der Zentrale. Er bekam Einblicke, die er dreist ausnutzte. Der Zeuge: „Leider war er zum Teil in die Kontrollsysteme involviert.“ Er konnte sich ausrechnen, wann man eine Zahlung prüfen würde.

Auch die Ehefrau von Felix H. war an dem Betrug beteiligt, überwies das Geld weiter. Foto: Pressefoto Wagner

Im Bereich Schadensregulierung hatte er es mit Großkunden aus der Wohnungswirtschaft zu tun. Massenhaft fielen Posten an. H. erfand Fälle, schob sie darunter, zockte ab. Immer wieder. Bis zu seiner Entdeckung im März 2019 waren es 109 Fälle. Das Geld war stets so deklariert, als wäre es eine Versicherungsleistung an einen Großkunden.

Die Ehefrau nun auf Distanz zum Gatten: „Ich war nicht einverstanden, habe trotzdem mitgemacht.“ Warum sie sich nicht geweigert habe, das Geld zum Teil auf andere Konten zu überweisen und den anderen Teil zu behalten? Die Frau: „Eine Weigerung wäre zu Lasten der Beziehung gegangen.“ Inzwischen sei die zerbrochen.

Seit zehn Jahren sind sie ein Paar, seit zwei Jahren verheiratet. Die Frau jammerte nun: „Ich bin fassungslos, dass er uns so etwas antun konnte. Ich habe oft gesagt, dass unser Geld reicht.“ Er habe versprochen: „Es gibt kein Risiko.“ Sie wusste, dass es illegale Summen waren.

Wo das Geld geblieben ist? Ein Verteidiger antwortete: „Eine Eigentumswohnung für 300.000 Euro wurde mit 65.000 Euro angezahlt.“ Und der Rest? Die Richterin: „Sie haben das Geld verprasst!“ Ein notarielles Schuldanerkenntnis hatte H. bereits nach Aufdeckung seines Schwindels unterzeichnet. Es sind genau 318.573 Euro, die er und seine Frau zurückzahlen müssen.

Die Verteidiger plädierten auf Bewährung für das Paar. Als Felix H. das Urteil hörte, schluckte er: Wegen gewerbsmäßiger Untreue drei Jahre und acht Monate Gefängnis. Seine Frau erhielt wegen Beihilfe zwei Jahre Haft auf Bewährung.