Die Angeklagten sitzen vor Gericht und schweigen.

Frauen-Fänger waren nachts im Auto unterwegs, zogen in zwei Fällen auf offener Straße eine Passantin ins Fahrzeug, fielen einer nach dem anderen über sie her.

Zwei Brüder unter Verdacht: Wisam B. B. (33) und Karrar B. B. (25). Vier Vergewaltigungen werden dem Älteren zur Last gelegt, an einem Sex- Überfall soll der Jüngere beteiligt gewesen sein.

Blanker Horror für eine Abiturientin. Lara (18) kam am 18. Januar gegen 3.30 Uhr aus einem Club in Prenzlauer Berg. An der Storkower Straße stoppte ein Wagen mit drei Insassen – laut Anklage seien es die beiden aus dem Irak stammenden Brüder und ein noch unbekannter Komplize gewesen.

Lara (Namen der Opfer geändert) sei unvermittelt gepackt worden. Die Anklage: „Sie hielten ihr den Mund zu und würgten sie.“ Sie sei auf die Rückbank eines auf Wisam B. B. zugelassenen SUV KIA gezerrt, vergewaltigt worden. Dann seien die Brüder mit ihr in die Wohnung von Karrar B. B. in Spandau gefahren. Um erneut über die Schülerin herzufallen. Weil sie sich wehrte, habe ein Peiniger mit „sechs weiteren Männern“ gedroht. Nach vier schrecklichen Stunden wurde sie in Charlottenburg ausgesetzt.

Am 23. Februar ein nächster Angriff. Wisam B. B. soll mit drei bislang unbekannten Männern im Auto unterwegs gewesen sein. Die Anklage geht davon aus: Gegen 3.00 Uhr hätten sie in Friedrichshain Sarah (21) gepackt. Sie habe geschrien. Ein Peiniger habe gerufen: „Wir wollen Sex!“ Im Auto sei es zur Gruppenvergewaltigung gekommen.

Wisam B. B. soll außerdem zwei Opfer in seiner Wohnung in Wedding vergewaltigt haben – darunter eine 14-Jährige. Seit sechs Monaten sitzen die Brüder in Haft. Sie schwiegen nun vor Gericht. Als erste Zeugin sagte Lara aus – nicht öffentlich und wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung räumlich von den Angeklagten getrennt. Fortsetzung: Donnerstag.