Blaulicht und Polizeikelle (Symbolfoto) Foto: mago images / Frank Sorge

Über den Notruf 110 kamen anfangs so viele Hinweise, dass die Polizei Ende März bei Twitter extra betonen musste: «Wir haben Verständnis, wenn Sie uns Verstöße gegen die VO zur Eindämmung des #Coronavirus melden wollen oder dass Sie viele Fragen dazu haben. Unser #Notruf ist dafür allerdings nicht gedacht.»

Zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Regelungen werden von der Berliner Polizei nicht nur bei Kontrollen entdeckt, sondern werden ihr von Privatleuten angezeigt. Auf allen Kanälen würden dazu Hinweise von Bürgern eingehen, teilte die Polizei auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Die Menschen würden etwa geöffnete Restaurants oder größere Menschenansammlungen in Parks melden. Die genaue Zahl der Anzeigen ist aber nicht bekannt, weil diese nicht gesondert statistisch erfasst werden.

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Anzeigen und Beschwerden via Internetwache und die sozialen Netzwerke

Anzeigen und Beschwerden kommen inzwischen bei der Polizei auch über die Internetwache und die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram oder Twitter an. Ebenso per Mail an unterschiedliche Dienststellen.

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Und offensichtlich übertreiben es auch viele Menschen, die gerne andere überwachen, anschwärzen oder verpetzen. «Längst nicht alle Hinweise haben einen polizeilichen Einsatz zur Folge», erklärte die Polizei.

Auch dazu lassen sich sogar online Beispiele aus den vergangenen Wochen finden. «Bevor Sie uns in guter Absicht jedes offene Lokal melden, bedenken Sie bitte, dass dieses auch unter (...) Auflagen geöffnet sein darf», schrieb die Polizei in ihrem Twitter-Kanal. Oder: «Bei uns gingen Hinweise ein, dass morgen in #Mitte eine angebliche "Corona-Ansteck-Party" stattfinden soll. Es handelt sich dabei lediglich um einen Musik-Live-Stream ohne Publikum aus einer Event-Location heraus.»