Issa Remmo: Seine Großfamilie wurde 2018 einstweilen 77 Immobilien los, die wegen des Verdachts der Geldwäsche beschlagnahmt wurden. Foto: Berliner KURIER

„Ihr müsst Respekt haben vor dem Clan-Chef“, verbunden mit der gebrüllten Aufforderung „Halt’s Maul, halt die Fresse“ – so soll Issa Remmo (52), Oberhaupt einer übel beleumundeten libanesischen Großfamilie in Berlin, Berliner Polizeibeamte beleidigt haben. Deshalb soll er am 19. März vor dem Amtsgericht Tiergarten antreten.

Remmo (21 Einträge im Strafregister) war laut Focus-Online am Morgen des 10. April 2019 Beifahrer eines Autos, das in Neukölln bei Rot über eine Ampelkreuzung gefahren sein soll. Ein Funkwagen nahm die Verfolgung auf. Die Jagd endete in einer Sackgasse. Die Beamten zogen ihre Pistolen, ließen Remmo und drei seiner Söhne aussteigen.

Situation gerät aus dem Ruder

Das Gebrüll soll losgegangen sein, als Remmo aufgefordert wurde, seine Hände zu zeigen. Er soll deutlich gemacht haben, wie er sich selbst und das Rechtssystem sieht: „Du legst dich mit dem Teufel an. Was wollt ihr machen? Uns passiert ja doch nichts.“ Ein Sohn soll einen Beamten auf Arabisch „Hurensohn“ genannt haben.

Als weitere Polizisten erschienen, hätte Issa Remmo einen Beamten beschuldigt, betrunken zu sein. Das konnte der sofort widerlegen, als er in ein Messgerät pustete. Bei der Vernehmung soll Issa Remmo laut Focus-Online reumütig aufgetreten sein, von einem „Missverständnis“ gesprochen haben. Sein Anwalt hält ihn für unschuldig.

Die 100-Kilo-Münze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum. Foto: dpa/Marcel Mettel

Verbindung zum Goldmünzen-Raub?

Die Remmos werden mit etlichen spektakulären Verbrechen in Verbindung gebracht. So sollen Mitglieder 2017 die 100-Kilo-Goldmünze aus dem Bode-Museum gestohlen haben (das Urteil steht kurz bevor).

2015 wurde ein Clanmitglied zu acht Jahren Haft verurteilt, weil es 2014 an einem Einbruch in eine Sparkasse in Mariendorf beteiligt war. Die Täter hatten erst die Schließfächer ausgeräumt und dann die Filiale gesprengt, wobei der später Verurteilte verletzt und anhand seiner Blutspuren identifiziert wurde. (BK)