Im Rahmen einer Razzia durchsuchte eine Hundertschaft der Polizei Berlin und das LKA am Donnerstag mehrere Objekte in Berlin.  Foto: Paul Zinken/dpa

Der sich selbst als „Pate von Berlin“, bezeichnende Mahmoud Al-Zein geht unter die Buchautoren. Am 1. Oktober soll seine Autobiografie unter dem Titel: „Der Pate von Berlin. Mein Weg, meine Familie, meine Regeln“ erscheinen. Das teilte der Verlag Droemer HC mit und kündigte den Autor im Internet als Oberhaupt des Al-Zein-Clans an, eine der einflussreichsten Familien in Deutschland.

Junge Generation soll aus Fehlern des „Paten von Berlin“ lernen

Verlag und Autor versprechen einen „schonungslosen Blick hinter die Kulissen der arabisch-libanesischen Clans“. Es gehe um die harte Alltagsrealität: „krass, brisant, ungeschönt“. Al-Zein sei der Erste, der das Schweigen breche und ungeschönt vom Innenleben des Clans berichte, von dem Gesetz der Familie und dem Kampf um die Macht auf der Straße. Dabei gehe es ihm auch um die Warnung vor dem Preis der Macht: „Er selbst hat ihn gezahlt, saß lange im Knast und setzt sich nun dafür ein, dass die junge Generation aus seinen Fehlern lernt“.

Laut Verlag kam Al-Zein über Beirut nach Berlin. Schnell sei er in der Hierarchie der Großfamilie aufgestiegen. 2003 sei er wegen Drogenhandels verurteilt worden. Zwei Jahre später stand er erneut wegen Drogenhandels vor Gericht, das ihn zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilte. Al-Zein saß bereits 1998 wegen Drogenhandels, Körperverletzung und räuberischen Diebstahls  hinter Gittern.

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Wird ein hochgradig Krimineller zu einer Ikone stilisiert?

Ermittler bezeichnen die geplante Veröffentlichung als fragwürdig. Damit werde ein hochgradiger Krimineller zur Ikone stilisiert, sagen sie. Sein Wort zähle unter den Clans, sagt Al-Zein. Wenn die Grenze des Respekts überschritten wird, fließt Blut.

Der Polizei hat sei 2018 den Druck auf Clans erhöht. Seitdem finden regelmäßig Razzien statt. Jüngstes Beispiel: Donnerstag durchsuchten 200 Polizisten mehrere Objekte, einer arabischen Großfamilie. Die Identität teilte die Polizei nicht mit.