1000 Grad war das Feuer heiß, beschädigte die Betonpfeiler, auf denen das Haus Jahnstraße Ecke Buschkrugallee steht. Foto: Morris Pudwell

Die Polizei hat einen Mann (32) gefasst, der 120 Menschen in Lebensgefahr gebracht haben soll – den Brandstifter von der Neuköllner Jahnstraße. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl ausgestellt.

Der Verdächtige soll Deutscher ohne „Migrationshintergrund“ sein, hieß es von der Polizei. Er sei nach „intensiven Ermittlungen“ bereits am Freitag festgenommen worden. Zeugenhinweise sowie Ermittlungen hätten auf die Spur des Mannes geführt, die Festnahme sei ohne Widerstand verlaufen.

Der Mann ist polizeibekannt wegen Körperverletzung, Einbruchs, Sachbeschädigung und Rauschgiftdelikten. Brandstiftung war bislang nicht dabei.

Zu den Tatvorwürfen habe er sich bisher nicht geäußert. „Eine politische Tatmotivation ist, wie auch eine Verbindung zu weiteren Straftaten, zum jetzigen Erkenntnisstand nicht erkennbar“, hieß es weiter. Die Ermittlungen dauerten an.

In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 13. Juli, soll der Mann um kurz vor 3 Uhr mehrere Autos auf einem  Mieterparkplatz unter dem Haus Jahnstraße 2 / Buschkrugallee 30 in Brand gesetzt haben. Das Feuer griff auf das Haus über, die 120 Bewohner mussten zunächst kurzfristig ihre Wohnungen verlassen. Sechs Bewohner wurden noch vor Ort von Sanitätern behandelt.

Nach einer Nacht im Hotel Estrel mussten die Bewohner am Freitag wieder raus, protestierten danach vor ihrem gesperrten Haus, weil die Notunterbringung mehr schlecht als recht funktionierte. Foto: Sabine Gudath

Vier Tage später wurde den Bewohnern mitgeteilt, dass das Haus einsturzgefährdet ist. Seither dürfen sie ihr Zuhause nicht mehr betreten, sind in Hostels, Verwandten oder Bekannten untergekommen. Es dürfte Wochen dauern, bis das Haus so gesichert ist, dass es wieder bezogen werden kann.

In derselben Nacht soll der Tatverdächtige einen VW in der Karl-Marx-Straße angezündet haben. Auch hier griff das Feuer auf einen anderen Wagen über.