Dieses Drogenlabor hob die Polizei aus. Foto: Polizei

Polizisten haben zehn Kilogramm des hochgefährlichen Rauschgifts Crystal Meth beschlagnahmt. Wie die Brandenburger Polizei am Donnerstag mitteilte, handelt es sich um die bisher größte sichergestellte Menge in Berlin und Brandenburg. Sie hat einen geschätzten Marktwert von rund einer Million Euro.

Die Fahnder des Landeskriminalamtes Brandenburg stellten die Droge bereits vor zwei Wochen sicher. Ausgangspunkt für die Ermittlungen war die Anzeige eines Vermieters einer Lagerhalle in Schönerlinde (Barnim) im Januar vergangenen Jahres. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte er dort Chemikalien und Laborutensilien zur Herstellung von Betäubungsmitteln entdeckt und die Polizei gerufen.

Die für Organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) stieß bei ihren Ermittlungen in Brandenburg, Berlin, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Spanien und den Niederlanden auf acht Männer im Alter von 21 bis 52 Jahren verschiedener Nationalitäten. Es sind Armenier, Kroaten und Holländer und Deutsch-Iraner.

In solchen Tüten waren die Drogen. Foto: Polizei

Die Bande betrieb mehrere Drogenlabore für die Herstellung von Amphetamin und Methamphetamin in großen Mengen. Zeitgleich organisierten die Täter Lieferungen von Drogen und Chemikalien aus dem In- und Ausland für die Herstellung und den Handel und handelten mit Rauschgift, vor allem  Crystal und Marihuana.

Organisator, Finanzier und Chef dieser kriminellen Gruppierung ist laut Polizei ein 39-jähriger Deutsch-Iraner, der während dieser Zeit im offenen Vollzug Berlin eine achteinhalbjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüßte. Erst im April dieses Jahres wurde er nach viereinhalb Jahren Haft vorzeitig auf Bewährung entlassen.

Am 28. Mai 2020 griffen die Ermittler und Beamte eines Spezialeinsatzkommandos bei einer Drogenübergabe zu. Drei der Täter hatten an diesem Tag bei einer Kfz-Werkstatt in Pankow auf ihre Lieferung gewartet, die in den Mittagsstunden in einem Auto eintraf. Die observierenden Fahnder konnten die Täter dabei beobachten, wie diese einen Umzugskarton in den Kofferraum eines BMW luden und das Werkstattgelände verließen. Bei der späteren Festnahme der drei Täter und der beiden Kurierfahrer stellten die Ermittler in dem BMW zehn Beutel mit je einem Kilogramm Crystal sicher. Bei der Durchsuchung der Werkstatt und an weiteren vier Orten wurden diverse Chemikalien, Laborequipment, Marihuana, mehrere Zehntausend Euro Bargeld, mehrere Schusswaffen und scharfe Munition sichergestellt.

In diesem Hochseecontainer befand sich das Drogenlabor. Foto: Polizei

Fünf Beschuldigte, darunter der 39-jährige Deutsch-Iraner und zwei weitere Männer, gegen die bereits die Ermittlungen liefen, sowie die beiden Kurierfahrer – ein Mann und eine Frau – wurden festgenommen. Das Amtsgericht Tiergarten ordnete gegen alle Beschuldigten Untersuchungshaft an.

Bei weiteren Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen in Brandenburg, Berlin und Düsseldorf stellten die Polizisten in Velten in einem Überseecontainer ein Labor und mehrere Tausend Liter Chemikalien sicher, die als Grundstoffe zur Herstellung von Drogen geeignet sind.

Besonders pikant: Nicht nur der Bandenchef, sondern auch andere Beschuldigte sollen einen Großteil ihrer kriminellen Handlungen aus dem offenen Vollzug geplant und durchgeführt haben, als sie wegen Dogenhandels einsaßen. „Sie kannten sich alle aus der Haft“, so der Polizeisprecher.“ In welcher Haftanstalt die Männer einsaßen, konnte er nicht sagen.