Einsatzkräfte der Polizei sperren in Dänischenhagen die Straße ab, in der die Schüsse gefallen sind.   Foto: dpa/Axel Heimken

Großeinsatz für die Polizei in Schleswig-Holstein: Anlass ist offenbar eine Beziehungstat! In einem Wohngebiet in der Ortschaft Dänischenhagen (3800 Einwohner) nördlich von Kiel sind in einem Wohngebiet Schüsse gefallen. Anwohner hatten um zehn Uhr morgens die Polizei alarmiert. Nachdem die Polizei in einem Wohnhaus zwei Leichen gefunden hat, übernimmt die Mordkommission. Opfer der Bluttat: ein Mann und eine Frau. Der Täter, ein mit Sturmgewehr bewaffneter Mann, ist mit einem Auto geflüchtet. Die Polizei geht inzwischen von einer Tat im persönlichen Umfeld des Verdächtigen aus. Hinweise auf eine Gefahr der Öffentlichkeit bestünden nicht.

Der Tatort ist die Hälfte eines Doppelhauses in einer idyllischen Siedlung mit Einzel- und Doppelhäusern. Die Vorgärten sind gepflegt. Auf den Straßen ist es ruhig. Eine Passantin hatte von den schrecklichen Vorfällen noch gar nichts mitbekommen, andere haben durch die sozialen Medien oder andere Anwohner von den Ereignissen erfahren.

Innenstadt-Anwohner berichten von Schüssen, Polizei dementiert

Polizei und Spurensicherung am Tatort in Dänischenhagen.  Foto: dpa/Axel Heimken

Kurze Zeit später riegelte die Polizei auch das Brauereiviertel in der Kieler Innenstadt ab. Dort soll ein weißer SUV mit Euskirchener Kennzeichen gesehen worden sein, wie eine Sprecherin des Landespolizeiamtes sagte. Anwohner in Dänischenhagen hatten der Polizei berichtet, dass sich ein solcher Wagen aus der Straße, in der der Tatort liegt, entfernt habe. Eingesetzt wurden ein Polizeihubschrauber, mehrere Streifenwagen, auch Rettungswagen waren vor Ort. Das Gebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Viele Menschen konnten ihre Wohnung laut Medienberichten weder betreten noch verlassen. Anwohner hatten von angeblichen Schüssen berichtet. Die Polizei hat dies dementiert.

Polizei zieht Einsatzkräfte aus Brauereiviertel zurück

Am späten Mittwochnachmittag beendete die Polizei ihre Suche in dem Kieler Brauereiviertel. Die Polizei rücke ab, sagte ein Sprecher vor Ort. „Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass hier eine Gefahr vorhanden ist“, sagte er.

In dem Viertel war ein weißer SUV mit Euskirchener Kennzeichen gesehen, der mit dem Täter in Verbindung gebracht werden konnte. Doch die Absuche stellte sich als falsche Fährte heraus: Eine große Autovermietung lässt ihre Wagen in Euskirchen zu, so dass sie häufiger in anderen Regionen zu sehen sind.

Unruhe hatten Tweets der Stadt Kiel ausgelöst, in denen zunächst von einem „Amoklauf“ die Rede war. 

Die Polizei versuchte daraufhin, die Menschen in der Region zu beruhigen. Zwar werde empfohlen, zu Hause zu bleiben, Hinweise auf eine akute „Amoklage“ gebe es aber derzeit nicht.

Erst am Abend gibt es Entwarnung

Nach Angaben der Polizei wurden diverse Patronenhülsen am Tatort in Dänischenhagen  gefunden. Es hieß, dass der Täter noch bewaffnet sei. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Ob der Täter noch unerkannt auf der Flucht sei? Ein Polizeisprecher vor Ort: „Ich kann nur sagen, dass jetzt an diesem Ort keine Gefahr mehr vorhanden ist.“ Die Suche nach dem Täter ging aber zunächst weiter.

Erst am Abend gab es dann endgültig Entwarnung: Der 47-jährige Gesuchte stellte sich in Hamburg der Polizei. Nach Angaben von shz.de soll es sich um einen Zahnarzt aus Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) handeln, der seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und ihren neuen Freund erschossen haben soll. Auf der Suche nach dem Tatverdächtigen hatte es Durchsuchungen in Westensee gegeben.

Schwer bewaffnete Polizisten eines SEK riegeln Teile der Kieler Innenstadt ab.  Foto: dpa/Frank Molter

Nach den tödlichen Schüssen haben die  Ermittler in der Nacht zum Donnerstag dann eine dritte Leiche gefunden. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Kiel mitteilten, gehörte auch dieses Opfer zum persönlichen Umfeld des mutmaßlichen Täters. Bei dem dritten Toten handelte es sich laut Behörden um einen 52-jährigen Mann. Er wurde in der Nacht den bei Ermittlungen in einer Wohnung in Kiel entdeckt und wies mehrere Schusswunden auf.