Harte Schale, weicher Kern
Bittere Tränen beim Bushido-Prozess
Der Gangsta-Rapper steht seit sechs Monaten im Zeugen-Stand gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker. Jetzt zeigte er, wie nah er am Wasser gebaut ist

Harte Schale, weicher Kern: Rapper Bushido (42) brach als Zeuge im Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (44) in Tränen aus. Der 26. Tag. Bushido seit sechs Monaten im Zeugenstand. Nun der emotionale Ausbruch: „Ich wurde eingesperrt, beleidigt, geschlagen - egal. Arafat Abou-Chaker hat in den letzten Jahren 10 bis 15 Millionen Euro bekommen – soll er glücklich werden. Aber dann erfahre ich, dass meiner Frau und meinen Kindern etwas angetan werden soll.“
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Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, aufgewühlt: „Ich hätte alles früher beenden müssen. Ich habe aus Angst und Ehre geschwiegen.“ Nachrichten von einer möglichen Gefahr für seine Familie hätten alles geändert. Polizeischutz für seine Frau und die Kinder ab Mitte November 2018. Der Rapper unter Tränen: „Vor der Kita meiner Kinder standen Polizisten mit Maschinenpistolen, und das alles wegen dieser Scheiß-Freundschaft und dem Scheiß-Management mit dem.“
Ein Jahr lang habe er „vermeiden wollen, dass bekannt wird, was im Januar 2018 geschah“. Doch im Januar 2019 habe er ausgesagt – „weil eine Grenze überschritten worden war“. Der Rapper und der Clan-Chef waren jahrelang Partner im Musikgeschäft, ließen sich auf dem roten Teppich feiern, legten sich gemeinsam Immobilien zu.
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Im Herbst 2017 aber verkündete der Musiker die Trennung. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert, so die Anklage. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, eingesperrt, mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.
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Mitangeklagt sind drei Brüder des Clan-Chefs. Zu den mutmaßlichen Straftaten zum Nachteil von Bushido soll es Ende 2017/Anfang 2018 gekommen sein. Warum erstattete er nicht umgehend Anzeige? Der Mann, der als Gangsta-Rapper bekannt wurde: „Man redet nicht mit der Polizei, das war viele Jahre meine Realität.“
Er will auf ein friedliches Zivilverfahren gesetzt haben. Dann die Nachricht von möglichen Attacken gegen seine Familie. Da habe er seine Meinung revidiert, gegen den Ex-Partner ausgesagt – „offen und ehrlich“. Fortsetzung: Montag.