Killer-Suche im Darknet: Ein 28-Jähriger hat das versucht, um einen Nebenbuhler töten zu lassen.
Killer-Suche im Darknet: Ein 28-Jähriger hat das versucht, um einen Nebenbuhler töten zu lassen. dpa/Franziska Gabbert

Anstiftung zu heimtückischen Mord: Dafür muss ein Berliner nun viereinhalb Jahre in Haft, obwohl die Tat überhaupt nicht ausgeführt wurde. Denn der vermeintliche Killer erwies sich als Krypto-Betrüger.

Ein 28-Jähriger, der im Darknet nach einem Auftragsmörder gesucht und einen Auftrag erteilt hatte, ist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe sich der versuchten Anstiftung zum heimtückischen Mord schuldig gemacht, begründete das Berliner Landgericht am Donnerstag. Umgebracht werden sollte der Lebensgefährte eines Mannes, in den sich der 28-Jährige verliebt hatte. Der Angeklagte habe „alles in seiner Macht stehende getan, um eine rasche Umsetzung seines Auftrags zu erreichen“, hieß es im Urteil. Er sei allerdings auf eine Betrugsseite hereingefallen.

22.000 Euro in Bitcoins für den Mordauftrag

Der deutsche Angeklagte hatte laut Ermittlungen im März dieses Jahres im Darknet einen Tötungsauftrag erteilt und für die Tat rund 22.000 Euro angeboten. Die Plattform, über die er einen Killer suchte, habe jedoch nur dazu gedient, betrügerisch Bitcoins zu erlangen. Das Darknet ist ein versteckter Teil des Internets, der viel von Kriminellen genutzt wird.

Der 28-Jährige hatte gestanden und erklärt, er sei schockiert über sein damaliges Verhalten. Er sei froh, dass nichts passiert ist. Die Staatsanwältin hatte sechs Jahre Haft gefordert. Die Verteidigerin plädierte auf drei bis vier Jahre Gefängnis. Der Vorsitzende Richter sagte, die relativ milde Strafe habe sich der Angeklagte durch sein Geständnis verdient. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.