Erst am vergangenem Wochenende musste die Polizei in der Hasenheide anrücken, um eine illegale Party aufzulösen.  Foto: Pudwell

Die wilden Partys am Wochenende sind leider schon zu einer traurigen Tradition in Berlin geworden. Auch in der Nacht zum Sonntag fand in Mitte nahe der Museumsinsel wieder so eine statt. Über 2.500 junge Berliner und Touristen hatten sich im und um den James-Simon-Park zu einer illegalen Feier getroffen, die mit viel Alkohol begann und  in einer Schlacht mit der Polizei endete. 19 Beamte wurden verletzt, einer liegt jetzt in der Klinik. Zwölf Party-Leute wurden nach Stein- und Flaschenwürfe festgenommen. Berlins CDU-Chef Kai Wegner fordert, dass die Parks mobil videoüberwacht werden, um dort künftig wilde Partys zu verhindern.

Die jungen Leute hatten bereits viel Alkohol getrunken, feierten lautstark – und das, trotz Corona-Einschränkungen, auf engstem Raum. Grund genug für die Polizei, die bereits rings um den Park patrouillierte, gegen 2 Uhr einzuschreiten. „Unsere Absicht  war es, die Feiernden unter anderem darauf hinzuweisen, die Corona-Bestimmungen einzuhalten und die Lautstärke herunterzufahren“, sagt ein Polizeisprecher dem KURIER.

Randale bei wilder Park-Party: Ein Polizist wurde schwer verletzt - Klinik!

Etwa 30 Beamte mit Schutzhelmen gingen daher zu den Feiernden in den Park. Doch sie wurden von der Menschenmenge sofort mit Gewalt empfangen. Flaschen und Steine flogen auf die Beamten. „Bei zwei Kollegen gab es leichte Verletzungen, deren Helm beziehungsweise das Visier durch Stein- und Flaschenwürfe beschädigt wurden“, so der Sprecher. „Ein dritter Beamter wurde sehr schwer am Knie verletzt. Er musste von Rettungskräften der Feuerwehr geborgen werden und wurde dann zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert.“

Auf Grund dieser Vorfälle forderte die Polizei Verstärkung an. Über 70 Beamte kamen zur Unterstützung, um in Schutzkleidung und mit Schilden bewaffnet gegen 3 Uhr die illegale Party zu beenden. Aus der Party-Meute flogen wieder Steine und Flaschen. Auch Einsatz- und Rettungsfahrzeuge wurden beworfen. „Zwölf Personen wurden vorübergehend festgenommen und nach Feststellung der Personalien wieder frei gelassen“, sagt der Polizeisprecher. Laut Augenzeugen sollen einige Party-Gäste auch mit Messern und Macheten auf die Polizisten losgegangen sein. Der Polizeisprecher konnte diese Berichte nicht bestätigen.

Gegen 4 Uhr kehrte etwas Ruhe im und um den James-Simon-Park ein. Um 6 Uhr war der Polizeieinsatz und die wilde Party beendet.

Berlins CDU-Chef Kai Wegner fordert eine mobile Videoüberwachung, um illegale Partys in den Parks einzudämmen. Foto: dpa

Der Berliner CDU-Chef Kai Wegner forderte ein härteres Vorgehen gegen illegale Partys: „Wer johlend und feixend die Einsatzkräfte attackiert, muss die ganze Härte des Rechtsstaates spüren“, sagt er. Wegner fordert: Man darf es nicht länger hinnehmen, dass beinahe im Wochentakt bürgerkriegsähnliche Zustände in unseren Parks und auf unseren Straßen ausbrechen. Berlin braucht ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Partys und Gewalt. Mit mobiler Videoüberwachung und mehr Personenkontrollen können wir das Übel an der Wurzel packen.“