Zahlreiche Impfpässe liegen in einer Apotheke in einem Büro auf einem Tisch. dpa/Sven Hoppe

Ohne Impfausweis geht immer weniger: Restaurants, Clubs und Konzertveranstalter setzen immer häufiger auf die 2G-Regel, verlangen also ein amtliches Impfzertifikat. Das gibt es jedoch nur nach einer erfolgten Impfung. Impfgegner versuchen nun immer häufiger, sich mit gefälschten Impfstempeln ein Zertifikat zu erschleichen. Die Masche funktioniert so: Impfunwillige finden gefälschte Impfdokumente über Messengerdienste wie Telegram oder WhatsApp. Fälscher verlangen dabei laut rbb zwischen 100 und 450 Euro.

Das Problem: Impfausweise sind keine amtlichen Dokumente, tragen kein Wasserzeichen oder Siegel, könnten also leicht manipuliert werden. Mit so einem gefälschten Dokument gehen Impfgegner zu einer Apotheke, um sich ein digitales Impfzertifikat zu erschleichen. Die Apotheken sind oftmals überfordert in der Aufgabe, Fälschungen zu erkennen. Und fliegt die Sache auf, wird mancher Impfgegner zur Gefahr: So gerade passiert in Dortmund.

Apothekerin attackiert: Doch häufig kommen die Impf-Fälscher straffrei davon!

Nachdem er mit einem falschen Impfausweis aufgeflogen ist, schlug ein 30-Jähriger in der Ruhrgebietsstadt auf eine Apothekerin ein! Gegen den Mann werde wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Urkundenfälschung ermittelt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Den Angaben zufolge hatte ein zunächst Unbekannter am Samstag seinen offenbar gefälschten Impfpass in einer Apotheke digitalisieren lassen wollen. Die Apothekerin erkannte mehrere Fälschungsmerkmale und wies den Mann darauf hin. Um seinen Ausweis zurückzubekommen, habe er die Frau daraufhin attackiert, aber schließlich die Flucht ergriffen. Weil er das gefälschte Impfdokument mit seinen Personalien zurückließ, konnte die Polizei ihn identifizieren.

Der rbb berichtet von einer Apotheke in Neuruppin, wo mehrere Kunden aufflogen, die sich mit einem gefälschten Impfpass ein digitales Zertifikat erschleichen wollten. In 50 Fällen ermittelt die Brandenburger Polizei inzwischen: Betroffen sind laut rbb auch Apotheken in Fürstenwalde, Beeskow und Putlitz. Den Fälschern droht zwar eine mögliche Freiheitsstrafe, oftmals kommen die Impfhasser aber mit einer Geldstrafe oder sogar ungeschoren davon: Ein Gericht in Osnabrück hatte gerade geurteilt, dass zwar die Herstellung von gefälschten Dokumenten strafbar sei, nicht aber die Vorlage solcher Fake-Impfpässe „im privaten Bereich“. Die Richter sprachen von einer „Strafbarkeitslücke“. Die Stimmen werden lauter, diese Lücke zu schließen und auch die Vorlage von gefälschten Dokumenten unter empfindliche Strafen zu stellen.