Die Hermannstraße wurde großräumig abgesperrt. 150 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Foto: Berliner Zeitung/Pudwell

Die Mieter eines Wohnhauses in der Okerstraße sind am Samstag knapp dem Tod entkommen. In einem Keller des Hauses war ein Brand ausgebrochen. Durch den Rauch drohten die Mieter zu ersticken.

Die Feuerwehr verhinderte das mit einer dramatischen Rettungsaktion. Die Leute befanden sich in höchster Lebensgefahr, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Bewohner standen an den Fenstern und warteten sehnsüchtig auf Hilfe, sagte ein Feuerwehrmann vor Ort. „Sie hatten große Angst“. Mit Leitern wurden die Mieter ins Freie gebracht.

Einige konnten wir auch über das Treppenhaus retten, so der Beamte. In einer mobilen Verletztensammelstelle kümmerten sich Rettungssanitäter und Notärzte um die Geretteten. Insgesamt wurden 20 Frauen, Männer und Kinder wegen des Verdachts einer Rauchvergiftung in Krankenhäuser gebracht.

Feuer wurde durch Gerümpel verstärkt

180 Feuerwehrleute mit 60 Fahrzeugen waren angerückt. Es war einer der größten Einsätze in diesem Jahr sagten Brandbekämpfer vor Ort. Die Männer benötigten mehrere Stunden, um den Brand zu löschen. Die Brandursache noch unklar. „Zur Stunde können wir dazu nichts sagen“, betonte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Möglicherweise sei das Feuer durch fahrlässige Brandstiftung entstanden, hieß es.

Die Spurensuche hatte erst spät in der Nacht begonnen. Früher wäre es wegen der gestauten Hitze in den Kellern kaum möglich gewesen, sagte ein Ermittler. In solchen Räumen entstehen bei Bränden häufig Temperaturen bis zu 1000 Grad.

Es dauerte lange, wegen des Gerümpels im Keller. Foto: Berliner Zeitung/Eric Richard

„Das wird so heiß, dass der Beton von den Wänden abplatzt.“ Das Feuer wurde verstärkt durch das Gerümpels, darunter ein Bett, Spielzeug, Kartons und Holz, das in den Räumen gelagert worden ist. Anwohner Ali A. (21) berichtete, dass er am Samstag im Haus seine Familie besuchen wollte. Das sei ihm wegen des Rauchs aber nicht gelungen.

Außerdem sagte er, dass in der Vergangenheit mehrmals in Kellerräume eingebrochen worden sei. Manchmal setzen sich auch Drogensüchtige ihre Spritzen in den Räumen, so eine Mieterin. Das Haus befindet sich unmittelbar am U-Bahnhof Leinestraße. Der ist ein Treffpunkt von Abhängigen.