Einsatzkräfte vor einem Objekt, das von Drogenfahndern durchsucht wurde. Pudwell

Mit zahlreichen Durchsuchungen ist die Berliner Polizei am Dienstagvormittag gegen organisierten Drogenhandel vorgegangen. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchten ein Großaufgebot der Polizei, Drogenfahnder aus dem Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft 14 Räume und 12 Autos.

Darunter waren auch eine Shisha-Bar und die beiden Zellen. Die Insassen der Zellen waren bereits wegen früheren Drogenhandels verurteilt worden. Die Polizei fand Drogen, Bargeld und gefälschte Impfausweise.

Es werde wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, sagten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft. Mehrere Verdächtige, gegen die Haftbefehle vorlagen, seien gefasst worden.

Beschuldigt sind neun Verdächtige, viele davon aus dem Bereich der arabischstämmigen Clans in Berlin. Es geht um den Verdacht des bandenmäßigen Rauschgifthandels. Ein Teil der Verdächtigen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren war bereits wegen früherer ähnlicher Delikte auffällig. Sie sollen den Kokainlieferservice gemeinsam betrieben haben. Ein 21-jähriger Koordinator organisierte die Rauschgiftlieferungen, andere versteckten die Koks-Vorräte oder waren Fahrer. Die Bande soll „telefonische Kokainbestellungen konspirativ abgewickelt haben“, so die Polizei.

Gerade im Bereich des Drogenhandels hatte die Zahl der Polizeirazzien in diesem Jahr deutlich zugenommen – vor allem wegen der im Jahr 2020 entschlüsselten Daten aus dem Messengerdienst Encrochat, den viele Kriminelle in Europa nutzten. Allein in Berlin liefen bis Mitte November 728 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige.