Ailenys D. (l.) verdeckt ihr Gesicht vor Gericht. Pressefoto Wagner

Als das Foto von „General Bryan Adams aus Afghanistan“ aufploppte, wurde Heidi D. (72) schwach. Sie klickte auf „Freundschafts-Anfrage annehmen“ – und war nur Tage später viel Geld los.

Ein Fall aus der miesen Trick-Kiste von Internet-Betrügern, die mit Gefühlen spielen. Ein angeblicher General, der den Namen eines Rockstars benutzte, wickelte sie um den Finger. Irgendwo im Ausland saß der Schwindler, gaukelte ihr übers Netz vor, er sei reicher US Amerikaner. Er bettelte: „Bitte verwahren Sie mein Geld.“

Heidi D. nun als Zeugin vor Gericht: „Er wollte 960.000 Euro nach Deutschland transferieren.“ Dramatisch die Legende: „Ich muss in den Norden von Afghanistan, da wird es Tote und Verletzte geben.“

Die Rentnerin: „Weil ich neugierig war, habe ich es gemacht.“ „General Bryan Adams“ gab die Sache an einen angeblichen Diplomaten. Heidi D.: „Ein Mark W. sollte mir das Paket bringen.“ Und der falsche General lockte sein Opfer mit Geld: „Sie bekommen für die Hilfe 100.000 Euro.“

Schlag auf Schlag kamen schlechte Nachrichten: „Es muss für die Zoll-Freigabe des Paketes gezahlt werden.“ Heidi D. schickte 2600 Euro. Noch eine Hiobsbotschaft: „Ein Anti-Terror-Zertifikat muss erworben werden.“ Sie überwies 9180 Euro.

Heidi D. hatte gehofft, ein tolles Sümmchen zu ergattern: „Ich wollte meinen Mann damit überraschen.“ Ihr Geld floss auf ein Konto in Berlin. Inhaberin war Ailenys D. (33). Sie räumte alles sofort ab, reichte es weiter – und landete nun vor der Richterin.

Auch Ailenys D. stellte sich als Opfer der Abzocker dar: „Ich lernte einen Hassan aus Syrien kennen.“ Er habe ihr Liebe vorgegaukelt. Die Kubanerin: „Wir trafen uns in einer Bar.“ Bald habe er von einer Werkstatt gesprochen, die er sich in Berlin aufbauen wolle.

Auch sie ließ sich umgarnen: „Er fragte, ob er sich Geld von Bekannten auf mein Konto überweisen lassen könnte.“ Als er die Beute hatte, verschwand er auf Nimmerwiedersehen. Von einem „General Bryan Adams“ habe sie nie gehört, so die Kubanerin. Urteil: Wegen Geldwäsche 1500 Euro Strafe.