Polizeibeamte kontrollieren im Görlitzer Park einen mutmaßlichen Drogendealer. dpa/Zuinken

Die Gewalt in Berliner Parks nimmt immer erschreckendere Ausmaße an. Jetzt scheint eine neue Eskalationsstufe erreicht. Intensivtäter übernehmen mehr und mehr Grünflächen in der Stadt. Kapituliert die Polizei vor der Gewalt?

Nach Einschätzung der Berliner Polizei kommt es bei Partynächten in Parkanlagen regelmäßig zu gezielten Straftaten. „Dass Jugendliche, die wegen der Pandemie einiges nachzuholen haben, oft einfach zu laut sind und leider oft auch den Respekt gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen vermissen lassen, ist das eine“, sagte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Berliner Morgenpost. „Wir beobachten aber leider auch, dass sich unter die Feiernden polizeibekannte jugendliche Intensivtäter mischen, die offenbar gezielt in die Parks gehen, um Straftaten zu begehen.“

Bei nächtlichen Partys in den Parks suchen Intensivtäter Slowik zufolge gezielt Auseinandersetzungen mit Feiernden und der Polizei. „Da geht es nicht mehr um Lärmbelästigung, da geht es um Raub und teils schwere Körperverletzungen“, so die Polizeipräsidentin. Aber natürlich auch um Drogengeschäfte.

Die Behörden führen rund 550 Berliner als Intensivtäter

Am Gleisdreieck in Kreuzberg und am James-Simon-Park gegenüber der Museumsinsel in Mitte habe sich die Situation entspannt, sagte Slowik. Die Probleme hätten sich inzwischen in den Mauerpark verlagert. Auch dort hätten stadtbekannte Intensivtäter bei Partynächten immer wieder Straftaten begangen. Die Behörden führen rund 550 Berliner als Intensivtäter, fast ausschließlich Männer und minderjährige Jungen.