Weil sie die Feuerwehr alarmiert hatte, landete Katja U. (53) aus Mitte vor Gericht. Foto: Pressefoto

Frauchen wollte mit den beiden großen Hunden noch eine Runde drehen, dann das Pech: Sie zog die Tür zu, hatte aber den Schlüssel vergessen. Ihre vier Welpen waren damit allein zu Haus.

Weil sie die Feuerwehr alarmiert hatte, landete Katja U. (53) aus Mitte vor Gericht. Der Vorwurf: Missbrauch von Notrufen. Die Hundebesitzerin entrüstet zur Richterin: „Das war doch zum Schutz von Tieren, die mussten befreit werden. Welpen brauchen nämlich alle drei Stunden Futter.“

Hund im Dachsbau oder Katze in der Regenrinne - die Feuerwehr rückt oft aus, um Tiere aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten. Katja U. allerdings sagte nichts von vier Welpen, als sie die 112 wählte. Die jungen Hunde waren auch nicht in großer Gefahr. Vielmehr war Frauchen knapp bei Kasse.

Brenzlig und dramatisch ihr Notruf am 15. Juni um 22.50 Uhr:„Ein Topf steht auf dem eingeschalteten Herd. Ich habe mich versehentlich ausgeschlossen, es ist schon Rauch wahrzunehmen.“

Katja U. druckste nun herum: „Von viel Qualm habe ich nicht gesprochen.“ Die Richterin: „Sie sollen sich anschließend noch bei den Feuerwehrleuten bedankt und erklärt haben, dass Sie kein Geld für den Schlüsseldienst hatten.“

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Die Hunde-Halterin: „Mit einem Schlüsseldienst ist mir schon mal was passiert - die wollten Vorkasse, aber ich hatte kein Geld und war deshalb tagelang auf der Straße.“ Die Richterin: „Es war aber kein Notfall. Sie haben die Feuerwehr angelogen.“ Katja U.: „Mir war klar, das sie nicht wegen der Hunde kommen würden.“

Den Schlüsseldienst gespart, doch der falsche Alarm wird teurer: 750 Euro (50 Tagessätze zu je 15 Euro) verhängte die Richterin. Die Kosten für den Feuerwehr-Einsatz kommen noch dazu. Katja U.: „Könnte ich die Strafe abarbeiten?“ Die Richterin: „An 50 Tagen. Bei Ihrer Tierliebe findet sich sicher etwas mit Tieren.“