Berlins Justiz schaltete im vergangenen Jahr einen Gang zurück. Foto: imago/Joko

Die Zahl der Verurteilten in Berlin ist im vergangenen Jahr drastisch um 9,3 Prozent auf 34.539 zurückgegangen. In Brandenburg lag das Minus nur bei 1,7 Prozent (17.427 Verurteilte). Das meldet das Amt für Statistik der beiden Bundesländer.  

 2020 wurden in Berlin 33.465 Männer und Frauen nach allgemeinem Strafrecht, 1074 Jugendliche und Heranwachsende nach Jugendstrafrecht verurteilt. Der Anteil von Verurteilten ohne deutsche Staatsangehörigkeit betrug 41,7 Prozent. In Brandenburg lagen die Zahlen bei 16.680 beziehungsweise 747 Personen. Nur 24,2 Prozent der Verurteilten in Brandenburg waren keine deutschen Staatsangehörigen.

Rund die Hälfte der in Berlin verurteilten Erwachsenen war vorbestraft, darunter 8989 Menschen mit ein bis vier Vorstrafen. Gegen 4646 der Verurteilten wurden in der Vergangenheit schon neun oder mehr Urteile verhängt. In Brandenburg war der Anteil der Vorbestraften ähnlich hoch: Mit 8149  stellte diese Gruppe knapp die Hälfte der Verurteilten, darunter 4787 Personen mit ein bis vier Vorstrafen.

Wie auch in den Jahren zuvor waren Betrug und Untreue in Berlin mit einem Anteil von 23,3 Prozent die häufigsten Gründe für eine Verurteilung, gefolgt von Diebstahl und Unterschlagung mit 19,7 Prozent und Straftaten im Straßenverkehr mit 18,1 Prozent.

In Brandenburg waren es die gleichen Delikte, nur in anderer Reihenfolge. Auf dem ersten Platz lagen hier Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr mit 29,5 Prozent, gefolgt von Betrug und Untreue mit 14 Prozent sowie Diebstahl und Unterschlagung mit 13,5 Prozent.