Berliner SEK-Beamte stürmen ein Haus (Symbolbild). Auch in Berlin wurden bei den Razzien zwei Verdächtige festgenommen. Foto: Imago/Jürgen Held

Der Brandenburger Polizei ist mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder ein Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Bei einer groß angelegten Razzia gegen die albanische Mafia und Rocker haben 270 Polizisten an drei Tagen einen Drogenring ausgehoben. Gegen die kriminellen Banden wurde seit Anfang des vergangenen Jahres ermittelt. „Die Verfahren richten sich gegen über 20 Beschuldigte, die im Verdacht stehen, mit Marihuana, Amphetamin, Kokain und anderen Betäubungsmitteln in erheblichen Mengen Handel betrieben zu haben“, erklärte Polizeisprecher Mario Heinemann.

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Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatten Beamte der Polizeidirektion Ost, der Bereitschaftspolizei, des Zolls, der Steuerfahndung und der Berliner Polizei vom 01. bis 03. Februar 2021 insgesamt 39 Wohn-, Geschäfts- und Nebengebäude in Frankfurt (Oder), dem Landkreis Oder-Spree und in Berlin durchsucht. Auch in Polen gab es Durchsuchungen.

Fünf Tatverdächtige im Alter von 25 bis 47 Jahren wurden bereits am Montag zum Teil von Spezialeinsatzkommandos (SEK) festgenommen, darunter vier mutmaßliche Mitglieder der albanischen Mafia. Zwei Festnahmen gab es in Berlin und zwei im Landkreis Oder-Spree. Ein Verdächtiger konnte direkt vor dem Kaufland in Frankfurt/Oder überwältigt werden.

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Die Verdächtigen wurden mittlerweile nach Verkündung der Haftbefehle in Justizvollzugsanstalten untergebracht. „Den Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, Marihuana im mittleren dreistelligen Kilogrammbereich sowie Kokain und Amphetamin im zweistelligen Kilogrammbereich erworben und gewinnbringend weiter veräußert zu haben. Bei einer Verurteilung drohen mehrere Jahre Freiheitsstrafe“, teilte Heinemann mit.

Polizisten haben in der Küche eines Restaurants kiloweise Cannabis gefunden. Foto: Polizei Brandenburg

Bei den Razzien fanden die Einsatzkräfte unter anderem 55 kg Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von rund einer halben Million Euro sowie kleinere Mengen anderer Drogen, Handfeuerwaffen und Datenträger. Dass die Polizei Vermögenswerte in Höhe von 1.043.290 Euro, rund 330.000 Euro Bargeld sowie Goldmünzen, teure Uhren und ein hochwertiges Fahrzeug sicherstellten, dürfte den Banden besonders wehtun, so der Polizeisprecher. Denn bereits im Vorfeld hatten die Ermittlungsbehörden illegal erwirtschaftetes Vermögen in Höhe von 1,3 Millionen Euro „eingesackt“.

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Die Mitgliedern der albanischen Bande sollen ihre Drogen aus unterschiedlichen Quellen bezogen haben, die sie dann in Berlin zwischengelagert haben sollen. Von dort sollen sie die Betäubungsmittel zu Abnehmer im Osten Brandenburgs transportiert haben.

Eine polizeibekannte Rockergruppierung, deren Mitglieder nach Angaben der Polizei fast ausschließlich Deutsche sind, soll ihre Drogen in Berlin, Frankfurt/Oder und einigen Orten Ostbrandenburgs gewinnbringend verkauft haben. Bei den Rockern soll es sich nicht um Angehörige der verbotenen Hells Angels oder Bandidos handeln. Sie seien eher Unterstützer, hieß es.