Urteil im Landgericht Berlin: Für den Missbrauch an Dutzenden Kindern wurde Sönke G. verurteilt. dpa

Die Kinder waren ihm anvertraut worden, dieses Vertrauensverhältnis nutzte Sönke G. (28) aus, um sie zu missbrauchen und sogar noch davon kinderpornographische Aufnahmen herzustellen und live im Internet zu übertragen!

Die Eltern beschrieben ihn als höflich, einfühlsam und sympathisch, doch vor Gericht hat Sönke G. den Missbrauch von 26 Jungen eingeräumt, das jüngste Kind soll gerade einmal sieben Monate alt gewesen sein! Dafür ist der 28-Jähriger zu insgesamt zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht ordnete am Donnerstag zudem eine anschließende Sicherungsverwahrung an. 95 sexuelle Übergriffe in der Zeit von Januar 2015 bis März 2020 sahen die Richter als erwiesen an.

Der geständige Angeklagte, ein selbständiger Handwerker, wurde unter anderem des besonders schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in sieben Fällen, des schweren Missbrauchs in 50 Fällen und des Missbrauchs von Schutzbefohlenen schuldig gesprochen. Zudem habe der Mann in den meisten Fällen kinderpornografische Aufnahmen gefertigt, hieß es weiter im Urteil.

Sex-Täter als ehrenamtlicher Kinderbegleiter zu Familien vermittelt

Die betroffenen Jungen im Alter von sieben Monaten bis acht Jahren waren ihm laut Ermittlungen jeweils zur Betreuung anvertraut worden – es habe sich in vielen Fällen um behinderte Kinder gehandelt. Der Angeklagte sei als ehrenamtlicher Kinderbegleiter von einer gemeinnützigen GmbH in die Familien vermittelt worden, in anderen Fällen sei er von den Eltern über das Internet als Babysitter engagiert worden und habe Kinder zu Hause stundenweise betreut.

Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 14 Jahre und sechs Monate Haft sowie die Anordnung von Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigung verlangte eine Strafe von unter zehn Jahren. Die zweimonatige Verhandlung lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.