Omi und Enkelsohn spielen mit Buchstabenklötzen (Symbolfoto). Imago/Westend61

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

sich mit den Enkelkindern zu beschäftigen, ist in unserer Lebensphase Vergnügen und tiefe Freude zugleich.

Betti und ich kennen uns noch aus den Zeiten, in denen wir mit unseren Kindern im Buddelkasten gespielt haben. Wir haben uns nie aus den Augen verloren. Und wenn wir mal eine längere Pause hatten, kam ein Geburtstag oder Weihnachtspost. Betti ist so ziemlich genauso alt wie ich, arbeitet in einem großen Berliner Hotel, lebt allein und ist unternehmungslustig. Wir mögen uns. Nur um zwei Dinge beneide ich sie: Sie hat bereits zwei Enkelkinder (4 und 6 Jahre alt) und mit ihnen verbringt sie viel Zeit.

Für Spaß mit Enkelkindern braucht es nicht viel Geld

Dabei staune ich immer wieder, was ihr alles einfällt. Auf Rosen gebettet ist sie finanziell nicht, jede Woche Kino oder andere teure Freizeit-Tempel sind nicht drin. Die drei sind begeisterte Besucher des FEZ in der Wuhlheide. Die S-Bahn bringt sie bis vor die Tür und schon sind sie mitten in der waldreichen Parklandschaft.

Hier können sie nach Herzenslust fernab allen Straßenverkehrs spielen und toben, auch wenn momentan gleich mehrere Spielplätze wegen Reparaturarbeiten nicht nutzbar sind. Regelmäßig gibt es Feste im FEZ, auch in den Ferienzeiten ist immer was los. Eintritt kostet der Park nicht.

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Das FEZ in Köpenick. Imago/Pop-Eye

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Sobald die ersten Frühjahrsblüher ihre Köpfe mutig aus der Erde stecken und die Temperaturen zweistellig werden, stehen bei Betti und den beiden Kleinen Fahrradtouren auf dem Plan. Meist fahren sie mit der S-Bahn ein Stück weiter raus. Ob Tegeler See, Friedrichshagen oder Havelstrand – die Drei haben eine Decke dabei, ein Buch zum Vorlesen und ein Picknick. Was in den Boxen steckt? Grüne Gurken und geschnippelte Möhrensticks mit leckerem Quark-Dipp, aber auch Muffins oder Bulettchen mit Nudelsalat. Was Kindern eben so schmeckt und den Großen auch.

Enkelkinder-Ausflug zum Kinderbauernhof

Vergangenes Wochenende war Betti mit ihren Enkelkindern auf dem Kinderbauernhof Pinke-Panke in Pankow unweit vom S-Bahnhof. Die Begegnung mit Schaf, Ziege & Co. ist gratis, der Spaß entsteht von selbst. Die beiden haben wohl noch am Montag in der Kita davon erzählt.

Und wenn es regnet? Dann macht Betti ihre uralten Schmuckschatullen auf, in denen noch der kunterbunte Schmuck ihrer Mama aus den 70er und 80er Jahren liegt. Haben unsere Mütter das wirklich getragen? Jedenfalls ist es jetzt ein ganz wunderbares Material, um daraus neue Ketten zu basteln, die Jacke von Puppe Susi zu verschönern oder für die Mama einen knallpinken Anstecker zu basteln. Upcycling ist das neue Wort für diese kreative Beschäftigung. Basteln tut’s auch – in jedem Fall macht es viel Spaß und weckt die Phantasie so bunt wie die Schmuckstücke in Bettis Schatzkisten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine bunte Zeit – wichtig in dieser gerade sehr dunklen Welt.

Ihre Sabine Stickforth

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com