Jeder trägt Schuhe - auch deshalb gibt es die Fußkleider in allen Farben, Materialien und Formen. Foto: imago/Westend61

Liebe Leser und Leserinnen, heute denke ich mal über unsere Fußbekleidung nach. Schuhe also. Mit ihnen stehen wir auf dem Boden der Welt, sie erden uns. Sie schützen unsere Füße vor Kälte, Nässe und dem Untergrund. Jedoch sollen sie auch schmücken und sind, wie beispielsweise Handtaschen, Uhren und Schmuck, für einige ein Statussymbol. Mit seinen Schuhen kann man zeigen, „wer man ist“.

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Geht man stets mit der jeweils angesagten Mode oder trägt bequeme Latschen oder teure Markenschuhe? Die Schuhmode wechselt jährlich und dann auch noch jeweils nach Saison. Winterstiefel, Übergangsschuhe,  sommerliches Schuhwerk.  Mal spitz, mal eckig oder abgerundet und bei der Schuhsohle und dem Absatz gibt es auch viele Varianten.

Als junge Frau war ich von früh bis spät auf hohen Absätzen unterwegs

Als sehr junge Frau in den Zwanzigern war ich von morgens bis nachts auf hohen Absätzen unterwegs. Sogar Sprints auf Stöckelschuhen waren gar kein Problem. Aber jetzt, in dieser Lebensphase, habe ich gern bequeme Schuhe. Die kaufe ich im Sportgeschäft oder in einem Outdoorladen. Der Schuh darf nicht drücken! Er sollte aus natürlichen und atmungsaktiven Materialien sehr gut verarbeitet sein, damit er lange hält. Denn so ein Paar Schuhe können heute ja locker mal 200 Euro oder mehr kosten.

Manchmal durchstreife ich immer noch mit Vorliebe die Schuhabteilungen und Schuhläden, um zu gucken, was momentan modisch und schick ist. Aber ich muss längst nicht alles haben, was mir gefällt. Nur Gucken und auf Entdeckungsreise gehen ist auch sehr schön.

In Berlin, in unserer Stadt mit allen Möglichkeiten, gibt es eine Handvoll echter Schuhmacher, die ihr solides, wunderbares Handwerk von der Pike auf gelernt haben. Hier wird der Fuß detailliert vermessen und dann ein persönlicher Holzleisten angefertigt. Auf dem wird anschließend der Schuh gearbeitet, in Form, Material und Farbe so, wie es der Kunde wünscht.

Heute gehen nur wenige traditionelle Schuhmacher noch ihrem Beruf nach. Foto: imago images/Thomas Eisenhuth

Die maßangefertigten Schuhe für Männer, die ich dort gesehen habe, finde ich besonders schön! Sie sind klassisch und für ein ganzes Leben gemacht. Die Handarbeit hat natürlich ihren Preis, da muss man schon mal ein ganzes Monatsgehalt investieren.  Puh...! Da kann man wohl nur von träumen... Andererseits halten diese Schuhe so sehr viel länger als industriell gefertigte.

In meiner Kinderzeit hatten wir zu Hause einen Holzkasten mit Fächern für Schuhwichse, Lappen und Bürsten. Die Schuhlappen für die Schuhcreme waren ja oft ausrangierte Schlüpfer oder Unterhemdchen. Am Wochenende musste ich meine Schuhe putzen. Also nicht nur am Abend, bevor der Nikolaus kam. Ich frage mich gerade, ob Kinder von heute das auch noch machen?

Als ich ein Kind war, wurden meine Schuhe noch repariert und geflickt

Meine Schuhe wurden repariert und geflickt, wenn es sein musste und sie noch eine Weile passten. Heute kauft man Schuhe günstig online oder im Geschäft. Wenn sie schmutzig oder kaputt sind, werden sie in den Müll geschmissen. Zum Glück ändert sich hier jetzt gerade einiges. Nachhaltigkeit und Bescheidenheit werden immer wichtiger. Das ist gut so.

Übrigens stammen die älteste Funde von Schuhen aus dem heutigen Nordamerika. Eine Art Fußsack aus Tierfell. Sicher ist jedoch, dass wir Menschen vor 5000 Jahren Schuhe getragen haben. Das bestätigte der Sensationsfund der Gletschermumie „Ötzi“. Seine Schuhe  aus Tierfell waren gefüttert, mit einem Schnürsenkel verschlossen und mit separater Profilsohle aus unterschiedlichem Leder. Hätten Sie das gewusst?

Bleiben Sie gesund und achten auf ihre Füße und gutes Schuhwerk!

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com