Wie lange noch bis Weihnachten? Ein Adventskalender garantiert den Überblick. imago images/Panthermedia

Seit die Martinslaternen wieder verstaut sind und die Halloween-Süßigkeiten aufgegessen, kommen sie wieder öfter: die Fragen, wann es denn endlich so weit sei? Der Beginn der Adventszeit wird in Familien mit kleinen Kindern herbeigesehnt wie sonst kaum etwas.

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Wir können keine Zeitschrift ansehen, kein Buch, ohne dass nicht aus den Bildern Wünsche würden. Die Produktion der entsprechenden Zettel ist in vollem Gange. Kaum hat man einen der rührend vorgetragenen Herzens-Wünsche abends auf der Couch im Internet bestellt, kommt am nächsten Tag ein neuer. Statt der süßen weißen Plüsch-Katze, wegen der es gestern noch Tränen gab, soll es nun ein Schaf mit Leine sein, „Mäh“ soll es sagen und Flauschi heißen. Ist der der Kluge, der auf den letzten Drücker kauft? In Zeiten von Lieferverzögerung ist mir das zu heiß. Es gibt jetzt Katzi, Basta.

Ein Kalender bis zum Adventskalender

An unserem Kühlschrank habe ich aus lauter Verzweiflung über die größer werdende Ungeduld der lieben kleinen Vorweihnachtsengel einen Abstreichkalender befestigt. Auf dem sind jetzt erst einmal die Tage bis zum Beginn des echten Adventskalenders markiert. Jeden Morgen wird einer abgestrichen.

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Weihnachtsbasteln im Advent

Auch wenn es noch ein paar Tage hin ist bis zum offiziellen Beginn des Advents, ist schon jetzt das Bastelfieber ausgebrochen. Sobald es draußen dunkel wird, holen sie die Scheren raus, so viele Weihnachtspostkarten wie sich jetzt schon hier türmen, kann ich gar nicht versenden.

Und ich fürchte, wir müssen kurz nach Totensonntag mit der Plätzchenbäckerei anfangen. Julklappgeschenke für die Schule sollen besorgt, die Rolle im Theaterstück auswendig gelernt, die Adventssonntage verplant werden. Der Jahresendspurt hat schon längst begonnen.

Weihnachten ohne Stress mit Kindern

Wie also ein wenig Stress rausnehmen? Wie der Besinnlichkeit eine Chance geben? Bei uns soll das in diesem Jahr ein neuer Mitbewohner richten. In Skandinavien zieht in der Vorweihnachtszeit traditionell ein Wichtel ein. Der Nisse (dänisch Wichtel) wohnt hinter einer Nissedør, einer kleinen Wichteltür oberhalb der Scheuerleiste.

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Für dieses Jahr habe ich ihn auch zu uns eingeladen. Am Tag schläft er, aber nachts schlüpft er heraus und treibt seinen Schabernack. Der Wichtel schreibt kleine Briefe an die Kinder, versteckt Socken, hat mal Nüsse gefuttert, deren Schalen man findet. Er ist so etwas wie der gute Geist in der Weihnachtszeit oder auch mal der Sündenbock.

Skandinavischer Brauch: die Wichteltür

Mal wünscht der Wichtel sich eine besondere Bastelei, mal schlägt er vor, einen weihnachtlichen Film zu sehen. Mal bringt er eine Leckerei und ein wenig mehr Zauber in die dunkle Zeit. Dass er dabei etwas unregelmäßig auftaucht, macht ihn sehr sympathisch für Eltern. Vielleicht lässt er mir ja auch mal ein heißes Bad ein und schreibt, ich solle mal abtauchen aus dem Vorweihnachtstrubel ...

Stefanie Hildebrandt  schreibt im KURIER Geschichten aus Berlins Kiezen
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com