Bei The Masked Singer steht ein Zebra auf der Bühne, das mit Punkten verziert ist. Pro.7/Julia Feldhage

Ich bin ein großer Fan von „The Masked Singer“ – vielleicht kennen auch Sie die lustige Rateshow, die auf Pro.7 schon in den vergangenen Jahren für Furore sorgte. Dort treten Promis, deren Identität vorerst geheim ist, in riesigen Kostümen auf – und singen um die Wette. Ein prominent besetztes Rateteam und die Zuschauer sollen ergründen, welche Stars in den Kostümen stecken. Warum ich diese Show jetzt in meiner wöchentlichen Tier-Kolumne thematisiere? Weil sie auch etwas für echte Tierfreunde ist!

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Denn: Unter den bunten Kostümen, die von den Profi-Maskenbildnern für jede Staffel der Show geschaffen werden, teilweise in Hunderten Arbeitsstunden, sind auch einige Tiere. In der aktuellen – der inzwischen sechsten – Staffel von „The Masked Singer“ treten unter anderem ein Zebra an, ein Gorilla, ein Seestern, ein Koala – die Möwe flog leider bereits raus. Und: Ein Dornteufel!

Frage nach „Masked Singer“: Was ist eigentlich ein Dornteufel?

Vor allem der Dornteufel erfüllt eine spannende Funktion. Blicken wir kurz auf die letzte Staffel der Show. Da trat ein Axolotl an, laut Wikipedia ein im Wasser lebender mexikanischer Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche. Und: Im Oktober und November, als die Staffel lief, war die Anzahl der Suchanfragen zum Stichwort Axolotl beim Suchmaschinen-Giganten Google so hoch wie noch nie! Man könnte also mutmaßen: „The Masked Singer“ verleitet die Zuschauer auch dazu, sich über Tiere zu informieren, die sie bisher noch nicht kannten. Ist das nicht toll?

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Nun ist also der Dornteufel dran. Ein Tier, für das sich in den vergangenen Jahrzehnten laut Google beinahe niemand interessierte – und das jetzt die Such-Kurve sprengt! Und wer den Dornteufel googelt, der lernt faszinierende Dinge. Das Tier gehört in die Familie der Agamen, wohnt in den Trockengebieten von Zentral- und Westaustralien. Er legt sich in etwa 15 Zentimetern Tiefe im Boden einen Bau an, in dem er etwa die heißen Sommermonate verbringt.

Der Dornteufel auf der Bühne bei „The Masked Singer“. Julia Feldhagen

Aktiv ist er im Frühjahr und Herbst, deshalb hatte er vermutlich auch Zeit für „The Masked Singer“. Aber Spaß beiseite! Der Dornteufel ernährt sich von Ameisen, stellt sich dafür neben eine Ameisenstraße und leckt die Tiere auf, wie am Fließband – clever! Besonders faszinierend: Laut Online-Lexikon Wikipedia hat er in seiner schuppigen Haut mikroskopisch kleine Rillen, die Wasser aus Regen und Nebel abfangen und zu seinem Maul transportieren. So geht der Dornteufel mit der extremen Wasserknappheit um, die es in seiner Heimat gibt.

„The Masked Singer“: Warum haben Zebras eigentlich Streifen?

Ist das nicht alles interessant? Und wir hätten es nie gelernt, wenn uns Pro.7 nicht einen Dornteufel bei „The Masked Singer“ vorgesetzt hätte. Denn während das Axolotl im Jahr 2010 zumindest noch einen Auftritt im Roman „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann hatte, der wiederum zu einem erhöhten Suchaufkommen führte, ist der Dornteufel bisher völlig unterschätzt.

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Da sind die anderen Tiere in der Masken-Show schon populärer – aber auch sie kann man eine Menge lernen. Das Zebra, beispielsweise, es ist in der Show mit punkten verziert. Zoologisch ist das natürlich alles andere als korrekt, aber darauf kommt es auch nicht an. Wer aber darüber nachdenkt, der könnte sich fragen: Warum haben Zebras eigentlich Streifen? Man geht zum Beispiel davon aus, dass die weißen Streifen eine kühlende Funktion haben – und dass die Kombination aus schwarz und weiß bei der Tarnung hilft.

Das Zebra überzeugte bei „The Masked Singer“ mit tollem Gesang – auch wenn das Kostüm zoologisch nicht ganz korrekt ist. dpa/Rolf Vennenbernd

Aber jetzt wird’s verrückt: Wissenschaftler fanden heraus, dass die Zebras dadurch auch vor lästigen Blutsaugern wie der Tse-Tse-Fliege geschützt werden. Um das herauszufinden und den Vergleich zu haben, verkleideten die Forscher der Universität Kalifornien Pferde als Zebras.

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Das Ergebnis: „„Wir haben festgestellt, dass die Bremsen, die sich den Zebras näherten, gegen Ende ihrer Flugbahn nicht kontrolliert abbremsen konnten, während sie vor der Landung oder Berührung des Pferderumpfes stets abbremsen. Die Insekten sind oft einfach gegen die Zebras gestoßen, landeten aber nicht oder flogen weg“, sagte Biologe und führender Autor Tim Caro.

Wieder was gelernt! Wer das will, der sollte sich bei „The Masked Singer“ eben nicht nur darauf konzentrieren, welche Stars unter den Masken stecken. Solche Shows können, so unterhaltsam und witzig sie auch sind, neugierig machen, das Interesse an bisher unbekannten Dingen fördern. Und haben deshalb auch einen Platz im Herzen vieler Tierfreunde verdient.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com