Welcher ist der richtige Name für Hund oder Katze? An dieser Frage scheiden sich die Geister. imago/shotshop

Es gibt Studien, die mich als Tierfreund sehr neugierig machen. Gerade stieß ich auf eine, deren Ergebnis für Kenner zwar längst nichts Neues ist, die aber dennoch unterstreicht, wie gut und wichtig Tiere für uns Menschen sind. Angefertigt wurde sie von einem Hundefutter-Händler – und untersucht werden sollte damit, wie glücklich Hunde und Katzen ihre Herrchen und Frauchen machen. Das Ergebnis: Die Bellos, Hassos und Miezis dieser Welt sind echte Glücks-Bringer!

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Das habe sich vor allem in der Corona-Pandemie bestätigt, heißt es. Vor allem Hunde seien demnach „Glücksbooster“, denn: Viele der Herrchen und Frauchen ordnen ihre Vierbeiner sogar vor Partnern, Freunden und Kollegen ein! Befragt wurden 500 Menschen mit Hund, 500 Menschen – das Ergebnis: Hundebesitzer sind glücklicher. Weil das Tier ihnen auch in der Krise Halt gab, für einen strukturierten Tag sorgte, sei die Lebensqualität der Herrchen und Frauchen 15 Prozent besser als bei Nicht-Hundehaltern.

Statistik: DAS sind die beliebtesten Namen für Hunde und Katzen

Die Anzahl der Haustiere ist auch deshalb in der Corona-Zeit angestiegen. Laut Haustier-Register „Tasso“ wurden 2021 gegenüber dem Vorjahr rund 7 Prozent mehr Haustiere registriert, bei den Katzen 5 Prozent. Und damit standen auch mehr Menschen vor der Frage nach dem Namen für ihre vierbeinigen Gefährten. Vielleicht kennen Sie es: In jedem Jahr werden Listen herausgegeben mit den am häufigsten vergebenen Babynamen – beim Grübeln habe ich mich gefragt, ob es das auch für Haustiere gibt. Ja, gibt es!

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Auch das wird von Tasso erfasst – denn wer sein Haustier registriert, braucht natürlich einen Namen. Bei den Hündinnen führte Luna die Liste an, bei den Rüden Balu. Auch Katzen-Damen hießen am häufigsten Luna, Kater eher Simba – wie die Hauptfigur im Disney-Klassiker „König der Löwen“. Klingt alles erstmal spannend, wirft bei mir allerdings eine Frage auf: Warum sind Hunde- und Katzenhalter so unglaublich unkreativ?

Unvergessen: Modezar Rudolph Moshammer mit seinem Hündchen Daisy. dpa/Soeren Stache

Zugegeben: Luna ist ein schöner Name. Aber: Warum werden Katzen und Hündinnen gleichermaßen so genannt? Und vor allem: Immer wieder? Während es bei den Babys immer wieder süße Trends und Veränderungen gibt, stand Luna bei den Katzen in den vergangenen elf Jahren achtmal auf dem ersten Platz.

Diese kreativen Hundenamen werden im Netz diskutiert

Bei den Hündinnen ist es noch verschärfter: Elf Jahre lang dominiert der Name bereits die Bestenliste! Auch bei den Herren ist es ähnlich: Balu steht bereits seit sieben Jahren auf dem ersten Platz. Davor waren es Rocky und Sam. Einzig und allein bei den Katern ist Bewegung drin: Simba ist erst seit drei Jahren derart beliebt, vorher mischten immerhin Leo und Felix mit.

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Tierhalter sollten laut Experten nur darauf achten, dass man den jeweiligen Namen gut rufen kann – und dass er sich nicht auf die gängigen Grundkommandos reimt. Damit niemand Fritz mit „Sitz“ und Fratz mit „Platz“ verwechselt. Ansonsten gibt es aber so viele Namen, die eben nicht jedes Haustier hat. Man denke an das Schaf Dolly, an Karl Lagerfelds Katze Choupette, an Bo und Sunny, die Hunde der Obamas. 

Auch im Netz finden sich schnell kreative Vorschläge. Einige Tierhalter geben ihren Hunden den eigenen Nachnamen – beispielsweise „Herr Schmidt“. Heiß diskutiert sind auch Speisen und Getränke: Schnitzel, Papaya und Bacardi. Und natürlich Stars wie Lady Gaga und Madonna. Auch Serien- und Comic-Helden wie Snoopy, Idefix und Struppi sind noch immer beliebt. Am kreativsten sind aber die Kaninchenhalter: Wer in Foren unterwegs ist, stößt auf Namen wie „Feodora von Hasen-Mümmelstein“ und „Teppich“. Wie handhaben Sie es mit den Namen, liebe Leser – und wie heißen Ihre Lieblinge? Ich freue mich über Zuschriften.

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Ein Trend bringt mich bei Haustieren besonders zum Schmunzeln – jener, der sich um die eher klassischeren Namen dreht. Sieglinde, Ursula, Horst und Wolfram finde ich als Namen für Hunde und Katzen unglaublich schön. Als ich ein Kind war, hießen meine Meerschweinchen und Kaninchen immer „Maxi“ und „Hoppel“ – aber falls demnächst mal wieder ein Haustier bei mir einzieht, wird alles anders. Ein kleiner Hamster, der in seinem Laufrad sitzt und auf „Hildegard“ oder „Waltraud“ hört … ist das nicht schön?

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com