Die Angelwelt ist die Messe für die Petri-Jünger. An diesem Wochenende findet sie wieder in den Messehallen unter dem Funkturm statt.
Die Angelwelt ist die Messe für die Petri-Jünger. An diesem Wochenende findet sie wieder in den Messehallen unter dem Funkturm statt. Messe Berlin

Wer diese Kolumne oft liest, kennt meine Leidenschaft – das Angeln. Schließlich liegt ja das beste Angelland im Osten Deutschlands direkt in unserer Region. Berlin mit der Spree und dem Teltowkanal, Brandenburg mit der Havel und seinen vielen Seen. Und auch die Mecklenburger Seenplatte bis hin zur Ostsee, eines der besten Fangreviere im Osten, ist nicht weit.

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Normalerweise würde ich, wie viele andere Petri-Jünger, die letzten Novembertage dafür nutzen, um noch einmal einen herrlichen Hecht zu fangen. Doch an diesem Wochenende geht es für mich nicht an einen See, sondern zum Funkturm. Denn dort treffen sich noch bis Sonntag in den Messehallen vor allem die Angelverrückten aus dem Osten  - bei der Boots- und Angelmesse.

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Ein Event, das schon fast zu einem Mekka der Petri-Jünger geworden ist. Man will ja als Angler schließlich wissen, was es an neuen Ruten, Rollen, Ködern oder Booten gibt, um auch im kommenden Jahr erfolgreich auf Tour zu gehen und viele Fische für leckere Mahlzeiten zu fangen.

In diesem Jahr sind über 200 Aussteller auf der Messe, die ihre Produkte präsentieren. Sie kommen aus Dänemark, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen – aber auch sehr viele aus der Hauptstadtregion.

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Sebastian Lagatz mit einem Hecht, den er mit einem selbstgebauten Köder fing.
Sebastian Lagatz mit einem Hecht, den er mit einem selbstgebauten Köder fing. privat/Sebastian Lagatz

Auf der Angelmesse: Der Hechtjäger aus Oranienburg

Zu diesen Angelverrückten, mit denen man auch herrlich fachsimpeln kann, gehört Sebastian Lagatz (42) aus Oranienburg. Ein Petri-Jünger, der beispielsweise gerne in den Bodden-Revieren der Ostsee oder auf der Müritz Großhechte angelt. Das Besondere: Er stellt seine Kunstköder seit über elf Jahren selber her, die er nun auf der Messe verkauft.

Denn um die großen Raubfische zu fangen, braucht man schon ganz spezielle, große und schwere Köder, erklärt mir Lagatz, der mit seinem Stand in der Halle 26 C zu finden ist. Diese Köder, so sagt er,  müssen sich so gut und ideal im Wasser bewegen, dass der Hecht einen Anreiz bekommt, um sich die „Beute“ zu schnappen.

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Vor allem die Petri-Jünger aus unserer Region kommen zur Angelmesse, um nach neuen Ruten und Rollen zu schauen - und natürlich zum Fachsimpeln.
Vor allem die Petri-Jünger aus unserer Region kommen zur Angelmesse, um nach neuen Ruten und Rollen zu schauen - und natürlich zum Fachsimpeln. Messe Berlin

Diese sogenannten Jerkbaits werden in Deutschland kaum hergestellt. „Also machte ich mich ans  Werk und fing an, mir meine eigenen Hechtköder aus Buche- und Eichenholz zu bauen“, sagt Lagatz. Er bemalt sie auch selber, so dass die Holzkörper wie Fischimitate aussehen. Da schnappen die Hechte gerne zu, versichert mir der Fachmann. Offenbar laufen die Köder so gut, dass Lagatz sie seit 2011 in seiner Manufaktur „La Gatzo Custom Lures“ in echter, solider Handarbeit herstellt. Auf der Messe wird er 2000 Exemplare präsentieren.

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Unterm Funkturm werden auch viele Angel-Stars aus dem Osten dabei sein. Zu ihnen gehört der Berliner Zander-Spezialist Sebastian Hänel. Auf seinen Vortrag und seine Fang-Tricks bin ich schon sehr gespannt. Und ich freue mich, unter den Besuchern den einen oder anderen der Petri-Jünger wieder zu sehen, mit denen man sonst an den Seen in Brandenburg oder in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist. Na, dann: Bis bald und  Petri Heil!

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Übrigens: Die Boots- und Angelmesse ist bis zum 27.11. täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet. Ich rate, Tickets online zu kaufen, sie sind billiger! Die Tageskarte kostet dort 17 statt 20 Euro (erm. 10 Euro). Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt.

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com