Der Spruch an der Berliner Hauswand beschreibt die momentane Zustandsverfassung von Veränderung in der Pandemie. Imago/IPA Photo

Liebe Leserinnen und Leser! Heute beschäftigt mich mal die Veränderung von Gewohnheiten und Dingen.

Heute sehr früh am Morgen um ca 4.30 Uhr weckte mich meine Labrador-Hündin  mit laut hörbarem Bauchgrummeln. Ich war noch so unendlich müde und hätte zweieinhalb Stunden länger schlafen können bis zum Wecker klingeln. Schlaf ist, wenn er sich leider nicht so leicht einstellt, etwas sehr Kostbares. Das war ganz und gar gegen ihre Gewohnheit. Also musste ich das warme Bett verlassen und mit ihr nach unten in die Kälte auf die Straße gehen. Da kam mir in den Sinn, wie schwer es sein kann, wenn Gewohntes sich auf einmal ändert.

Die vierte Corona-Welle ist da und wir müssen uns auf neue Dinge einstellen. dpa

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Wir alle sitzen ja durch die wieder erstarkte massive Corona-Welle im selben Boot und müssen uns auf neue Lebensumstände einstellen. Das kann besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit sehr hart sein. Aber wenn sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen ändern durch äußere Einflüsse, wie bei dieser Pandemie, müssen wir uns (gewollt oder ungewollt) damit auseinandersetzen. Und ich denke letztendlich auch anpassen. Damit meine ich nicht sich zu verbiegen, sondern eher eine akzeptierende Grundhaltung einnehmen. Es ist wie es ist.

Wenn ich die Umstände nicht beeinflussen kann, muss ich damit einen Umgang finden

Wenn ich die äußeren Umstände gerade nicht beeinflussen kann, dann kann ich zwar den Umstand beklagen, aber dadurch ändert sich nichts. Nehme ich die Umstände allerdings als gegeben an, dann habe ich die Möglichkeit, damit einen Umgang zu finden.

Was nicht zu ändern ist, wird durch Geduld erleichtert. Und ich weiß, dass wir Älteren klug, weise und erfahren sind im geduldig sein.

Wenn der äußere  Veränderungsdruck so groß ist, ist dabei eine Strategie hilfreich. Nämlich sich einen Überblick über die vorhandenen Möglichkeiten zu verschaffen. Ich gebe zu, dass das grad nicht so einfach ist, weil fast täglich neue Regeln, (z.B. 2G, 2G+ und 3G oder sogar ein über uns schwebender Lockdown) also Gebote und Verbote dazu kommen. Für unsere Politiker in Verantwortung scheint dies ja auch die erste Pandemie zu sein, die sie erleben und dabei verantwortungsvoll handeln müssen.

Orientierung gibt ein Gefühl von Sicherheit

Aber Orientierung gibt uns ein Gefühl von Handlungsfähigkeit und Sicherheit. Nicht ausgeliefert sein, sondern aktiv bleiben.

Nutzen Sie soziale Netzwerke, denn hier erhält man Rückhalt, Bestätigung und Hilfestellungen. Netzwerke, wie z.B. Familie, Freunde, Kollegen, Beratungsstellen und Sportkameraden. Achten Sie auch auf Routine und Bewegung.

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Bewegung kann helfen, Stuktur zu geben. Imago

Wenn das Leben sich verändert und sogar aus den Fugen gerät, brauchen wir schnell Routine im Alltag, die uns Sicherheit und Stabilität gibt. Neue und einfache  Verhaltensweisen, die den Tag strukturieren. Dabei sollten wir auch an Ruhephasen, Abwechslung oder Ablenkung denken. Wie schon öfter von mir erwähnt, hilft Bewegung bei der Verarbeitung von emotionalem Stress. Und diese bedrohliche sehr ansteckende Krankheit, die weltweit grassiert, stresst uns alle reichlich. Also ein Spaziergang, Radfahrern, Wandern, Gassi-Gehen hilft, die sich nun anbahnenden negativen Veränderungen gut zu ertragen.

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Das Ergebnis meines Sinnens am zu frühen Morgen beim unfreiwilligen Gang mit meiner Hündin: Die meiste Mühe gilt dem, was nicht zu ändern ist. Aber man muss es eben doch halt tun.

Deshalb wünsche ich Ihnen in dieser Woche: Kopf hoch, Arme aufkrempeln und alles neu sortieren und viel Erfolg bei den Veränderungen, die wohl jetzt auf uns zukommen werden!

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com