Mit Pfannkuchen aus dem Berliner Osten kommen die Berliner garantiert gut ins neue Jahr. XAMAX

Es ist schon traurig. Wieder müssen wir ein Silvester ohne richtiges Feuerwerk erleben. Zu gerne hätte auch ich mit meiner Familie die eine oder andere Rakete gezündet und sie in den Himmel geschossen, um vor allem die bösen Corona-Geister für immer zu vertreiben. Dennoch müssen wir  uns heute Abend nicht nur mit einfachen Wunderkerzen begnügen.

Denn ich habe in unserer Heimatregion richtig schöne zündende Knaller entdeckt, die so bunt wie ein echtes Feuerwerk sind und dazu den Silvesterabend im wahrsten Sinne des Wortes versüßen. In Friedrichshain, nahe des Boxhagener Platzes bin ich auf sie gestoßen. In dem Laden Sugarclan, in dem nach guter alter Backtradition Pfannkuchen hergestellt werden, die überall Berliner heißen, nur in Berlin nicht.

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Die gebürtige Nordrhein-Westfälin Britta Sarnes (47) hat mit zwei Mitstreiterinnen aus Köpenick die Pfannkuchen-Manufaktur vor zwei Jahren eröffnet. Das Gebäck aus Hefeteig, das 1756 ein preußischer Kanonier, der später in Berlin Zuckerbäcker wurde, erfunden haben soll, stellen sie liebevoll aus Mehl aus Brandenburg und Sonnenblumenöl her.

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Sugarclan-Geschäftsführerin Britta Sarnes präsentiert ihre leckeren Pfannkuchen. 16 Sorten hat sie zu Silvester im Angebot. XAMAX

Pfannkuchen aus dem Osten Berlins versüßen den Jahreswechsel

Dazu kommen die Füllungen aus verschiedenen Marmeladen- oder Cremesorten, die die Pfannkuchen nach Glühwein, Champagner oder Orange schmecken und sie zu einem kulinarischen Silvesterkracher werden lassen. 16 Sorten haben die Frauen in ihrem Laden zum Start ins neue Jahr  im Angebot. Auf Wunsch gibt es auch Pfannkuchen mit Senf, basierend auf dem Bautzner Senf. „Eigentlich sind sie ja nur zum Scherz gedacht“, sagt Sarnes. „Doch viele Kunden mögen offenbar die Pfannkuchen mit Senf und bestellen sie immer wieder.“

Und es gibt noch einen Silvesterknaller aus dem Osten, der die Geschmacksnerven aufs vortrefflichste explodieren lässt – der Karpfen. Die besten dieser Fische kommen aus dem südlichen Brandenburg, wo sie in Naturteichen artgerecht aufwachsen, bevor sie auf dem Teller landen. Gekocht, gebraten oder geräuchert sind sie eine wahre Delikatesse.

Peitzer Karpfen – ein echter kulinarischer Silvesterknaller

Genug Karpfen für alle ist da. Etwa 500 Tonnen Speisefisch haben die Fischer der Peitzer Edelfisch GmbH in diesem Jahr „geerntet“, wie es im Fachjargon heißt. Und Geschäftsführer Gerd Michaelis (60) hat mir verraten, warum die Peitzer Karpfen so begehrt sind.

Ende des 20. Jahrhunderts hatte dort ein Amtsmann eine Karpfenart gezüchtet, die einen besonders edlen Geschmack hat und von der die heutigen Fische aus Peitz abstammen. Nächstes Jahr wollen die Fischer ihn mit der regionalen Produktmarke „Peitzer Karpfen“ veredeln und schützen lassen. Denn die Karpfenkonkurrenz ist groß. Vor allem aus Tschechien gelangen immer mehr Karpfen abgepackt in die Supermarktregale.

Ein Karpfen aus Brandenburg ist ein wahres Festmahl zu Silvester. dpa

Übrigens: Die lebenden Karpfen, die die Peitzer zum Jahreswechsel nicht verkaufen werden, kommen wieder zurück in die Teiche. Dort können sie dann weiterwachsen, bis wieder Silvester ist.

In diesem Sinne: Lassen Sie sich die Silvesterknaller aus dem Osten schmecken und kommen Sie gut hinein in das neue Jahr!

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com