Die Hände sind unser wichtigstes Werkzeug - in ihrer wöchentlichen Kolumne verrät KURIER-Autorin Sabine Stickforth deshalb, wie man sie richtig pflegt. Foto: imago/Addictive Stock

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Die Hände sind unser wichtigstes Werkzeug, ein Wunder der Anatomie aus Knochen, Sehnen, Bändern und Muskeln. Wir streicheln, fühlen, schreiben, spielen Klavier und sind handwerklich tätig. Fest zupacken und mit schweren Gewichten hantieren, aber auch ein Nähgarn durch ein Nadelöhr fädeln. Oder eine ganz zarte Berührung, die ein angenehmer Körperkontakt ist und ein Signal, welches dem Berührten Sicherheit gibt.

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Wir gestikulieren und drücken uns mit Handbewegungen aus. All das vermögen wir mit diesem natürlichen Wunderwerkzeug.  Für erblindete Menschen können die Hände ihre Augen sein, mit denen sie die Welt um sich herum verstehen. Durch das Handgeben bei einer Begrüßung erfahren wir gleich, wie der andere tickt.

Wir alle verdienen unseren Lebensunterhalt mit unserer Hände Arbeit

Dieser wohl vielfältigste Teil unseres Körpers hat auch Künstler aller Epochen herausgefordert. Albrecht Dürers Zeichnung „Betende Hände“ oder die „Erschaffung Adams“ von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Dargestellt wird hier, wie ein Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger Adam zum Leben erweckt. Dieses Detail aus dem Gemälde haben wir bestimmt alle schon einmal irgendwo gesehen.

Nicht zuletzt verdient doch eigentlich jeder von uns seinen Lebensunterhalt auch durch seiner Hände Arbeit. Egal, ob als Handwerker oder am PC. Aber unsere Hände sind meistens schutzlos der Sonne und Witterung ausgesetzt. Deshalb wird die Haut im Laufe der Zeit dünner und trocknet aus, denn sie enthält hier weniger Talgdrüsen. Auch entstehen sogenannte Altersflecken: Pigmentablagerungen in der Haut, die harmlos sind.

Klar ist aber: Zum Schutz und der Pflege unserer Hände reicht Händewaschen allein nicht aus. Regelmäßiges Eincremen mit einer feuchtigkeitsspendenden und reichhaltigen Handcreme schützt vor dem Austrocknen. Diese gut einmassieren, den Handrücken, die Bereiche zwischen den Fingern und die Nägel nicht vergessen!

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Handcremes gibt es jede Menge, man kann dafür sogar ein kleines Vermögen ausgeben. Ich benutze am liebsten eine einfache Creme für reife und trockene Haut – darin stecken unter anderem Traubenkernöl und Sojaöl. Sie duftet angenehm und wirkt super. In fast jedem Zimmer, im Büro am Schreibtisch, im Wohnzimmer beim Fernsehen oder am Bett steht bei mir eine Tube. Damit ich das tägliche Eincremen nicht vergesse und meinen Händen Gutes tue. Und selbstverständlich schütze ich meine Hände im Alltag, bei der Haus- und Gartenarbeit, nutze dann gerne dünne Einmal-Handschuhe.

Wer seine Hände fit halten will, kann sie mit leichten Übungen trainieren

Aber, mal ehrlich: Trainieren Sie ihre Hände auch? Wenn ja, prima! Wenn nein, sollten Sie damit starten. Denn die Hand braucht auch Muskelkraft und Beweglichkeit. Und beides verschwindet immer mehr, weil uns in den letzten Jahrzehnten vieles zu leicht gemacht wurde. Eine einfache Möglichkeit, um sie zu kräftigen, ist das Fausttraining. Dabei gibt es die große Faust und die kleine Faust.

In der Ausgangsposition sind die Ellenbogen aufgestellt, die Finger zeigen nach oben und die Handinnenflächen zueinander. Bei der großen Faust versucht man nun, die Finger so tief wie möglich in die Handinnenflächen zu krallen. Die Fingernägel sollten nicht mehr zu sehen sein.

Bei der Übung „Große Faust“ werden die Fingerspitzen in den Handinnenflächen vergraben. Foto: Stickforth

Bei der kleinen Faust rollt man nur die Fingerspitzen ein und drückt diese an den unteren Teil der Finger, die Innenflächen der Hände bleiben frei. Diese Positionen hält man jeweils immer für ungefähr sechs Sekunden, dadurch trainiert man die Maximalkraft. Eine Übung des Orthopäden Michael Lehnert aus seinem Buch: „Hände gut - alles gut“.

Die „Kleine Faust“: Bei dieser Übung werden nur die Fingerspitzen eingerollt. Foto: Stickforth

Es gibt jedoch auch Hand-Therapie-Bälle zur Kräftigung von Hand und Fingern - Gummibälle in drei verschiedenen Stärken. Oder therapeutische Knetmasse, mit der Sie durch vielfältige Bewegungen die Finger geschmeidig und beweglich halten und die Handmuskeln trainieren. Wer übt, kann die frische Flasche Mineralwasser dann plötzlich spielend leicht öffnen!

Haben Sie vielleicht auch einen Tipp, wie Sie ihre Hände gesund halten und pflegen? Schreiben Sie es mir. Ich freue mich darüber und werde es ausprobieren.

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com