Frank Schöbel singt in einer Weihnachtsshow - da kommt auch der größte Grinch wieder in Festtagsstimmung.
Frank Schöbel singt in einer Weihnachtsshow - da kommt auch der größte Grinch wieder in Festtagsstimmung. Imago/Sylvio Dittrich

Ging es Ihnen auch so? Da ist Dezember, es lag sogar an einigen Tagen in Berlin Schnee, die Weihnachtsmärkte haben offen – und trotzdem will man nicht in die richtige Weihnachtsstimmung kommen.

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Vielleicht sind die Supermärkte daran schuld, die bereits seit September Lebkuchen und anderes Festgebäck verkaufen und mich so recht frühzeitig darauf einstimmten, was mir und meiner Familie dann knapp drei Monate später an Festtagsvorbereitungen blühen wird: Geschenke und Gans besorgen, festlegen, wann mit wem wo gefeiert wird, und natürlich die Diskussion, ob es wieder einen Weihnachtsbaum gibt. Und wenn ja, wie wird er denn dieses Jahr geschmückt? Mit elegantem einfarbigen Baumschmuck, wie mein Sohn es will, oder so herrlich bunt, wie meine Frau es möchte?

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Kein Wunder, dass ich seit September im Grinch-Modus bin. Und darin wäre ich wohl immer noch, wäre mir nicht vor wenigen Tagen wie durch ein Wunder Frank Schöbel als rettender Weihnachtsengel erschienen. In Form einer CD, die mir in die Hände fiel, als ich im Regal nach einem alten Kiss-Album suchte, weil ich deren Langrille „Creatures oft the Night“ für den vierten Advent irgendwie meiner Stimmungslage angepasster als ein Weihnachtslied fand.

Dann lief aber doch Schöbels „Weihnachten in Familie“ im CD-Player. Auch wenn ich kein großer Fan dieser Platte bin, die das meistverkaufte Album in der DDR war – aber plötzlich wurden bei mir Kindheitserinnerungen wach.

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 Weihnachtsmann Frank Schöbel – hätten Sie den Sänger erkannt?
 Weihnachtsmann Frank Schöbel – hätten Sie den Sänger erkannt? Imago/Pop-Eye

Frank Schöbel und die erfolgreichste Platte der DDR: Sein „Weihnachten in Familie“ weckt Erinnerungen

Wie ich als kleiner Junge jeden Tag ein Türchen im Adventskalender öffnete, es kaum erwarten konnte, bis es Heiligabend war. Wie es in der Küche duftete, wenn meine Mutter mit mir Plätzchen backte und ich immer wieder heimlich aus der Rührschüssel vom Teig naschte. Wie meine ramponierte Pittiplatsch-Figur eines Tages verschwand, die von meinem Vater heimlich wieder ganz gemacht wurde und dann im neuen Glanz zur Bescherung unter dem Weihnachtsbaum stand.

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Frank Schöbel mit Aurora Lacasa: Der Sänger nahm in den 80er-Jahren mit seiner damaligen Frau die TV-Sendung und Platte Weihnachten in Familie auf. 2011 gab es für die DVD Gold.
Frank Schöbel mit Aurora Lacasa: Der Sänger nahm in den 80er-Jahren mit seiner damaligen Frau die TV-Sendung und Platte Weihnachten in Familie auf. 2011 gab es für die DVD Gold. Imago/Eventpress Herrmann

Alles sah ich wieder vor mir, als ich die Schöbel-Platte hörte. Ich gebe zu, dass bei mir das eine oder andere Tränchen floss. Denn plötzlich war der Weihnachtszauber bei mir wieder da, die Zeit der wunderbaren Heimlichkeiten und freudigen Überraschungen, die man offenbar nur als Kind erleben kann. Klar, die Streitereien und den Stress ums Baumschmücken, Geschenkeeinkaufen und Festvorbereiten haben ja nur die Erwachsenen. Und darum vergessen wir, wie schön Weihnachten eigentlich sein kann.

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Ich erinnere mich wieder. Dank Frank Schöbel bin ich nun raus aus dem Grinch-Modus und freue mich nun doch auf Weihnachten in Familie. Und wenn Sie wissen wollen, wie nun bei uns die Baumfrage geklärt wurde: Keine Ahnung – frage Sie mich bitte nach den Feiertagen danach! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein wunderschönes und vor allem stressfreies Weihnachtsfest!

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com