Warum muss die Bachelorette immer schon aus anderen Formaten bekannt sein? Das fragt sich KURIER-Autor Domescu Möller. TVNOW

Haben Sie’s in derletzten Woche gesehen? Die Bachelorette ist wieder auf der Suche nach der großen Liebe – oder zumindest einem kleinen Flirt, aus dem idealerweise die große Liebe wird. Und wenn Sie ein bisschen bewandert im Bereich Love-Reality-TV sind, dann dürfte Ihnen aufgefallen sein: Diese Maxime, die kenn ich doch. So erging es jedenfalls mir.

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Denn Bevor Maxime Herbord für uns zur neuen Bachelorette wurde, war sie bereits einmal beim Bachelor als Kandidatin unterwegs. 2018 buhlte sie um das Herz von Daniel Völz und stieg nach fünf erhaltenen Rosen aus. Und diese Vorgeschichte scheint System zu haben.

Bachelorette: Braucht es für die Quote ein bekanntes Gesicht?

Denn viele ihrer Vorgängerinnen waren ebenfalls bereits bekannt. Melissa Damilia war bei „Love Island“, Gerda Lewis bei GNTM, Nadine Klein und Jessica Paszka waren selbst einmal beim Bachelor. Lediglich die ersten beiden Bachelorettes der Neuzeit, Alisa Persch und Anna Hofbauer, waren zuvor nicht bereits TV-Sternchen. Bei den Männern sieht das hingegen ganz anders aus. Abgesehen von Bachelor Andrej Mangold, der zumindest Basketball-Fans ein Begriff war, waren sämtliche deutschen Bachelors – nicht persönlich nehmen Jungs – echte No-Names. Und mit stellt sich die Frage: Warum ist das so?

Bachelorette Maxime Herbord beim Boots-Date mit Kandidat Max. TVNow

Ich vermute, dass der Grund in den Quoten zu suchen ist. Während beim letzten Bachelor Niko Griesert bei jeder Folge 2 bis 2,6 Millionen Menschen zusahen, waren es bei Bachelorette Melissa Damilia nur 1,6 bis 1,9 Millionen – und das, obwohl beide zur gleichen Sendezeit am Mittwochabend laufen. In den vergangenen Jahren war der Unterschied sogar noch größer. Kann es also sein, dass eine bereits bekannte Bachelorette als weiterer Guckanreiz für eine vermeintlich weniger interessante Sendung dienen soll? Es scheint jedenfalls so.

Bekannte Bachelorette? RTL spricht von einem Zufall

RTL hingegen spricht von einem Zufall. Einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben, sei laut einer Sendersprecherin „weder ein entscheidender Vor- noch ein Nachteil“. Ganz unterschiedliche Kriterien würden bei der Wahl eine Rolle spielen. Am wichtigsten sei, dass die neue Bachelorette sich „wirklich verlieben will“ und die Produktion an ihren Gedanken teilhaben lasse. Zugegeben. Das ist wirklich nichts für jede Frau. Und doch fällt es mir schwer, an einen Zufall zu glauben.

Wie sich Maxime Herbord beim Rosenverteilen schlägt, werde ich mir natürlich trotzdem anschauen – und dann hoffe ich eben im nächsten Jahr auf eine echte Überraschungs-Bachelorette. Dann gehen vielleicht auch die Quoten nach oben, weil es eine Bachelorette zum Kennenlernen ist – und keine, die man schon kennt.

Domescu Möller schreibt jeden Donnerstag im KURIER über die Welt des Fernsehens.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.