Eine Frau putzt ihre Wohnung. Doch manchmal werden Wohnungen im Alter zu groß. Imago

Liebe Leser und Leserinnen, wie denken Sie darüber?

Das Thema Wohnen beschäftigt uns in Berlin seit fünf Jahren mit zunehmendem Druck, und nach oben hin ist noch keine Grenze in Sicht. Wo wohnen? Wie viel Miete können wir bezahlen und wieviel Platz braucht man tatsächlich für sich? Schließlich ist die Wohnung unser Zuhause. Der Ort, an dem wir uns ausruhen, Kraft schöpfen und ganz privat sein können.

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Hier kennen wir jeden Winkel, wir wissen, wie die Klospülung klingt, die Waschmaschine ruckelt oder der Mieter unter uns hustet. Womöglich sind die Wohnräume schon einige Male gepinselt und verschönert worden. Je nach unserem wechselnden Geschmack. Und auch immer mal wieder etwas erneuert oder umgeräumt. Im Treppenhaus können wir riechen, ob der Nachbar, den wir gut kennen, was mit Knoblauch gekocht hat oder Pfannkuchen. Alles ist so vertraut. Vor allen Dingen, wenn man schon seit Jahren am selben Platz lebt.

Auch die nahe Umgebung, der Weg zum Bäcker morgens. Die Apotheke. Oder zum Kiosk, wo Sie sich den Berliner KURIER holen. Der Hausarzt, der seit Jahren über unsere Gesundheit wacht, und fast fußläufig seine Praxis hat. Der Blumenladen, wo es im Frühjahr die ersten Tulpen gibt. Denn so ein kleiner Strauß erweckt zu Hause gleich Frühlingsgefühle. Oder der U-Bahnhof, vielleicht auch die nächste Bushaltestelle, von der wir mobil in Berlin unsere Wege nehmen. Bäume, an denen  wir  jeden Tag vorbei gegangen sind, sind höher und größer geworden.

An Wohnungen hängen auch immer Erinnerungen

Nicht zuletzt haben wir in dieser Wohnung die Kinder großgezogen. Es gibt so viele Erinnerungen. Aber wenn die Kinder dann längst ausgeflogen sind, irgendwo ihr eigenes Leben leben. Und sich nur zu Weihnachten oder zum Geburtstag alle wieder um den elterlichen heimischen Tisch versammeln, kann man ja schon mal ins Grübeln kommen. Bei mir waren es drei Kinder und die Jüngste zieht aus.

Man kann ins Grübeln kommen, ob die eigene Wohnung noch die Richtige ist.  Imago/Monkey Business

Die  Behausung, auch wenn sie noch so vertraut und liebgewonnen ist, wird nun einfach zu groß. Es stehen die Kinderzimmer leer, werden zu Rumpelkammern oder zum Wäschetrocknen benutzt.  Das Putzen und Aufräumen fällt immer schwerer.  Vier oder sechs Stunden höchstens waren ehemals nötig, um alles wieder herzurichten. Für den selben Hausputz sind es jetzt schon zwei Tage. Kostbare Lebenszeit geht dabei verloren. Wie kann man die wiedergewinnen?

Ich glaube, indem man sich nochmal verändert. Womöglich eine kleinere handelbare Behausung findet. Natürlich in der Nähe, wo die Freunde und Nachbarn sind.

Und natürlich sollte eine neue kleinere Wohnung nicht teurer als die vorherige größere Wohnung sein! Auch wenn die Mietpreise in Berlin inzwischen durch die Decke gehen, wäre Wohnungstausch unter fairen Bedingungen für die abgebende Partei an kinderreiche Familien doch eine gute Tat! Die nicht bestraft oder verhindert werden sollte mit höheren Mietkosten.

Hier gibt es Angebote für den Wohnungstausch

Platz machen für eine junge Familie mit Kindern. Die Wohnung tauschen, die zum Alter und den Bedürfnissen passt. Bei den Berliner landeseignen Wohnungsbaugesellschaften gibt es die Möglichkeit, eine Wohnung zu tauschen und für sich das Passende zu finden. inberlinwohnen.de ist das Tauschportal: degewo, GESOBAU, GEWOBAG, Howoge, Stadt und Land sowie die WBM sind dabei.

Als Mieterin oder Mieter einer der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin können Sie hier nach einer Tauschwohnung suchen. Die Auswahl ist nicht auf Wohnungen Ihrer eigenen Vermieterin beschränkt: Sie können in Angeboten von tauschinteressierten Mieterinnen und Mietern aller sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften suchen.

Nun, wie denken Sie, werte Leser und Leserinnen, über den Wohnungstausch?

Es grüßt

 Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.