In Leipzig nutzte ein gewalttätiger Mann ein Meerschweinchen als Wurfgeschoss. Wer kommt auf solche furchtbaren Ideen? imago/agefotostock

Die Welt der Tiere ist einfach faszinierend – vermutlich jeder, der sich auch nur annähernd dafür interessiert, wird mir an dieser Stelle zustimmen. Natürlich beschäftigen wir uns hauptsächlich mit den Tieren in unserer unmittelbaren Nähe, also meist mit Haustieren wie Hunden, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen. Doch die Welt der Tiere hat noch viel mehr zu bieten. Man muss nur den Blick ein bisschen weiten. Deshalb möchte ich Sie heute mitnehmen – auf eine kleine Reise zu den schönsten Tier-Nachrichten der vergangenen Tage.

Manchmal, wenn mich die Neugier überkommt, nutze ich meinen Computer und durchsuche die Meldungen der Nachrichten-Agenturen nach spannenden Tier-Nachrichten aus aller Welt. Hier werde ich immer fündig – und  entdecke Dinge, die mich staunen lassen.

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Wussten Sie zum Beispiel, dass Wissenschaftler der Universität Kopenhagen herausgefunden haben, dass man am Grunzen von Schweinen erkennen kann, ob sie glücklich oder unglücklich sind? Kein Scherz: Erst vor Tagen wurde das spannende Ergebnis ihrer Untersuchungen veröffentlicht. Die Forscher nahmen sich rund 7000 Grunz-Aufzeichnungen von über 400 Schweinen vor.

Forscher fanden heraus, dass glückliche Schweine kürzer grunzen

Aus den Erkenntnissen – glückliche Schweine grunzen etwa kürzer – entwickelten sie ein System, das am Grunzen erkennt, ob ein Schwein gut drauf ist oder nicht. Damit könnte schon in Zukunft das Tierwohl verbessert werden, denn Landwirte könnten damit den Gemütszustand ihrer Tiere überwachen. Keine schlechte Idee, wobei der Bauer, der sich liebevoll genug um seine Tiere kümmert, für eine solche Einschätzung sicher keine App braucht.

Stephan Dörfler, Schauspieler bei den Passionsspielen, kümmert sich um die Kamele und den Esel, die bei dem traditionellen Theaterstück auf der Bühne stehen werden. Der katalanische Riesenesel Sancho soll Jesus bei den Passionsspiele tragen. dpa/Lino Mirgeler

Für andere Tiere gibt es das aber noch nicht. Schade eigentlich, denn in Oberammergau wäre genau das hilfreich. Hier starten nämlich am 14. Mai die „Passionsspiele“, bei denen es auch tierische Darsteller gibt. Pferde und Kamele müssen etwa erst aneinander gewöhnt werden. Denn: „Pferde kennen Kamele nicht - und haben Respekt vor ihnen“, sagte eine Sprecherin.

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Die Hauptrolle hat aber Sancho, ein Esel, der Jesus beim Einzug nach Jerusalem trägt. Tierschützer legten schon früher ihr Veto ein, aber die Behörde genehmigte die Besetzung mit echtem Esel dennoch. Wichtig: Zwar seien die Darsteller, die auf Sancho reiten sollen, schlank, man habe aber trotzdem einen katalanischen Riesenesel benutzt.  Sicher ist sicher. Bleibt zu hoffen, dass Jesus bis zur Premiere nicht ein paar Kilo zunimmt…

Der niesende Stumpfnasenaffe ist bei Regen besonders leicht zu finden

Apropos zunehmen: Die Tierwelt an sich nimmt auch ständig zu, wussten Sie das? Ich war überrascht, als ich las, dass in Myanmar in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100 neue Tierarten entdeckt wurden. Wir Menschen denken, wir wüssten alles – aber ist der Gedanke, wie viele Wesen noch unentdeckt von uns in manchen Gebieten der Erde unterwegs sind, nicht faszinierend?

Stumpfnasenaffen (hier in Weixi im Westen von China) haben flache Stupsnasen, in denen sich das Regenwasser sammelt. imago/Xinhua

Fast schmunzeln musste ich bei einem der Tiere: der „niesende Stumpfnasenaffe“. Nie gehört? Da geht es den Einheimischen von Myanmar anders. Denn: Der Affe hat eine flache Stupsnase, in der sich an Regentagen das Wasser sammelt. Was dazu folgt, dass das Tierchen ständig niesen muss. Man könne solche Affen also bei schlechtem Wetter leicht finden, heißt es.

In Rostock wurden jetzt die Eisbärenbabys getauft

In Rostock kamen übrigens im November  Eisbärenbabys zur Welt, die jetzt auf die Namen Kaja und Skadi getauft wurden. In Berliner Gewässern wurden rund 1,5 Millionen Glasaale ausgesetzt (kennen Sie schon die Geschichte von Icke und Dette, zwei Aalen aus dem Berliner Zoo?) – und die Zecken sind wieder auf dem Vormarsch. Aber es gibt eben auch solche Meldungen: In Leipzig hat ein betrunkener 20-Jähriger einer Frau ein Meerschweinchen ins Gesicht geworfen.

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Wirklich wahr! Die beiden hätten sich gestritten, hieß es im Polizeibericht, dann schlug er auf die 37-Jährige ein, spuckte sie an. Auf dem Höhepunkt der Attacke griff er nach dem wehrlosen Tier, schleuderte es in Richtung der Frau. Den Werfer erwartet hoffentlich eine saftige Strafe wegen Körperverletzung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – und bezüglich des Tiers gibt sich die Polizei gewohnt nüchtern. „Nach bisherigem Kenntnisstand wurde das Meerschweinchen bei der Tatausführung nicht verletzt.“ Schwein gehabt – auch wenn man, um die Stimmung des Schweins zu erkennen, sicher keine Wissenschaftler gebraucht hätte.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com