Unterwegs zu den Seen in Brandenburg: Angelpapst Stephan Höferer (64). privat/Höferer

Heute möchte ich Ihnen jemanden vorstellen, der uns gerade dazu animiert, in diesem Jahr einmal die Tiefen des Ostens genauer zu erkunden. Gemeint sind die Tiefen der Seen und Flüsse Brandenburgs, von denen es in der Berliner Nachbarregion zahlreiche gibt. Stephan Höferer (64) kennt sie alle. Er weiß genau, wo man dort auch die besten Fische fängt. Kein Wunder, Höferer ist schließlich der Angelpapst von Brandenburg!

Jetzt hat er ein Buch geschrieben. Der Titel „Angelgewässer Landesanglerverband Brandenburg (LAVB)“ klingt zwar recht nüchtern. Aber für Petri-Jünger wie mich ist die Lektüre spannend wie ein Krimi. Denn eigentlich verraten Angler ja nicht, wo sie ihre Hechte, Karpfen oder Zander für das Abendbrot gefangen haben.

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Beim Angelpapst ist das anders. Er teilt jetzt mit anderen seine geheimen Stellen, an denen man in den Tiefen der über 33.000 Hektar Gewässer in Brandenburg, die dem LAVB gehören, erfolgreich fischen kann. Dafür gebe ich auch einmal gerne 29,95 Euro für so ein Buch aus.

Dabei geht es mir nicht einmal so sehr um den Fangerfolg. Natürlich hole ich gerne an Brandenburger Seen den einen oder anderen Hecht heraus. Doch wenn es nicht klappt, ist es auch nicht schlimm. Nicht jeder Angeltag muss auch ein Fangtag sein.

Diesen 2,38 Meter langen Wels angelte Stephan Höferer in einem Brandenburger See. privat/Höferer

Sie glaube gar nicht, wie gesund des Erkunden des Ostens sein kann

Auch wenn mir Höferer in seinem Buch auf 329 Seiten die Brandenburger Gewässer vorstellt und bei einigen von ihnen auf Karten zeigt, wo man dort nun genau Hecht, Zander, Barsch, Welse oder Rotfedern antrifft, ist mir etwas anderes noch viel wichtiger. Beim Lesen entdecke ich plötzlich schöne Gegenden in den Weiten Brandenburgs, wo ich noch nie gewesen bin und mir nun vorgenommen habe, diese unbedingt aufzusuchen. Etwa den Schwanensee, den es in meiner Welt bisher nur als Ballett gab, aber den es tatsächlich bei Köthen gibt – übrigens mit Hechten und Barschen.

Selbst wenn es da mit dem Fang nicht klappen sollte: Hauptsache, ich bin draußen in der Natur, genieße die Ruhe, lasse vom Alltagsstress los. So ein Angeltag, auch ohne Fisch, ist Erholung pur. Egal, ob die Sonne scheint oder es etwas regnet: So ein Erkunden der Tiefen des Ostens ist gesund für Körper und Geist, gerade in Zeiten von Corona. Sieht der Angelpapst übrigens auch so. „Das Bewegen in der Natur, egal bei welchem Wetter, stärkt unser Immunsystem“, sagt er mir. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so richtig krank war.“

Für die KURIER-Angelserie (2018) hatte sich Reporter Norbert Koch-Klaucke mit dem Angelpapst Stephan Höferer an der Oder getroffen.  Bernd Friedel

Mit sechs Jahren fing der Angelpapst an

Die Liebe zur Natur und zum Angeln hat Höferer bereits als Kind entdeckt. Mit sechs Jahren zog er mit der Angelrute los, als er noch im Osten Berlins zuhause war. „Am Kupfergraben und an der Jannowitzbrücke waren meine Reviere“, sagt er. Als er später ein Motorrad besaß, düste er auf seiner MZ zu den Seen im Berliner Umland. „So erkundete ich nach und nach die Brandenburger Gewässer“, sagt Höferer, dessen Leidenschaft das Angeln auf Welse ist, über das er sogar eine DVD herausgab.

Vom Wissen des Angelpapstes, dass er in der Vergangenheit auch in Fachmagazinen oder in eignen vertriebenen Angelführern preis gab, profitieren nun wir Petri-Jünger. Sein neues Buch über die Brandenburger Angelgewässer ist in Angelläden oder über die Internetseite www.nature-vison.com erhältlich.

So, ich bin dann mal jetzt weg und begebe mich auf den Spuren des Angelpapstes zu den Tiefen des Ostens. Vielleicht trifft man sich dort. Bis bald – und Petri Heil!

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com