Wer kifft, sollte besonders gut auf seine Vierbeiner aufpassen, findet KURIER-Autor Florian Thalmann.  imago/Steinach, imago/Shotshop

Für alle, die zur Entspannung gern mal einen Joint rauchen, ist es die Nachricht der Woche: Die Ampel-Parteien haben sich darauf geeinigt, Cannabis legalisieren zu wollen. Momentan gibt es die Droge legal nur zu medizinischen Zwecken und auf Rezept – doch das soll sich ändern. „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein“, heißt es im Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Gesundheit von FDP, SPD und Grünen.

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Als ich diese Nachricht las, konnte ich die Jubelschreie der Menschen, die gern kiffen, förmlich hören. Grundsätzlich gilt: Ich habe nichts dagegen, denn jeder soll tun und lassen, was er möchte. Leben und leben lassen! Wir alle sind erwachsene Leute – und können selbstständig darüber entscheiden, ob wir Drogen nehmen oder nicht. Wenn nach der Legalisierung mehr Menschen als sonst zur „Tüte“ greifen: Viel Freude, es ist ihre Entscheidung. Nur eines macht mir Sorgen: die Haustiere der Konsumenten!

Kiffen und Haustiere: DARUM kann Marihuana für Tiere zur Gefahr werden

Haustiere und Marihuana – gehört das zusammen? Leider ja. Denn: Ich habe gelesen, dass es in der Corona-Zeit häufiger vorkam, dass Hunde und Katzen mit THC-Vergiftung behandelt werden mussten. Der Grund: Haustiere fressen gern Dinge, die sie finden – und wenn, weil es legal ist, die Droge offen auf dem Couchtisch liegt, kann es eben zu solchen Unfällen mit Konsequenzen kommen.

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Wer gern mal einen Joint raucht, sollte darauf achten, dass die eigenen Haustiere nicht damit in Kontakt kommen. Oliver Berg/dpa

Auch Tierschützer warnen. „Manchen Tieren werden von den Besitzern absichtlich Drogen verabreicht, um mal zu testen, wie das Haustier auf das Rauschmittel reagiert, die anderen fressen aus Versehen Haschisch oder anderes Zeug, das irgendwo rumliegt“, sagt etwa Dr. Tina Hölscher von der Aktion Tier.

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Das Problem: Hunde etwa hätten, sagt Hölscher, eine höhere Anzahl Cannaboid-Rezeptoren im Gehirn. Sie sind also wesentlich empfindlicher gegenüber dem Marihuana-Wirkstoff THC. Schon das Anpusten eines Haustiers mit Rauch könne zu Symptomen führen: Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, aber auch unkontrollierte Panikanfälle oder auch Aggressionen.

Bitte, liebe Kiffer: Passt auf eure vierbeinigen Lieblinge auf!

„Wenn Menschen Drogen konsumieren, ist das deren Entscheidung. Sie seinem Tier einzuflößen ist ein Unding. Schließlich hat der Vierbeiner keine Ahnung, was vor sich geht, wenn der Rausch einsetzt“, sagt Tierärztin Hölscher. Man kann nur hoffen, dass die Legalisierung nicht dazu führt, dass unvorsichtiger mit der Droge umgegangen wird. Und dass vor allem Tierhalter auch im Rausch gut auf ihre Lieblinge achten.

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Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com