Ein Spaziergang im Herbstwald mit Hund ist Erholung pur - manche nennen es Waldbaden. Foto: imago/photothek

Liebe Leserinnen und Leser! Mein Tag heute hat ganz besonders gut begonnen. Jeden Morgen vor der Arbeit gehe ich die frühe Gassirunde mit meiner  Labradorhündin Nala. Meistens hier die selben Wege nahe unserer Wohnung. Aber heute hatte ich mal Lust auf einen Waldspaziergang. Der Grunewald mit dem Hundeauslaufgebiet ist eigentlich auch nur ein paar Minuten entfernt mit dem Auto.

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Sobald ich den Wald betreten hatte, durchströmte mich ein Wohlgefühl. Egal in welche Richtung ich gucke, in dem wilden Mischwald sieht es überall anders aus. Junge Bäume, alte Bäume oder entwurzelte. Die Blätter der Bäume liegen nun als weicher, bunter Teppich fast allesamt auf dem Waldboden. Die Luft ist angenehm kühl und feucht. In die Höhe geguckt, ist der Wald jetzt viel heller. Es duftet würzig nach Moos.

Waldbaden in Berlin: So gesund ist ein Spaziergang im Wald

Der Sauerstoff, die Ruhe und die ätherischen Duftstoffe sollen ja das Immunsystem stärken. In Japan ist das Waldbaden, Shirin-Yoku genannt, schon lange bekannt und eine anerkannte Stress-Management-Methode. Seit 2012  gibt es an den japanischen Universitäten das Fach Forest Medicine (Waldmedizin). Und in der Zeit von Corona sind wir im Wald vor Ansteckung sicher.

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Die Sehnsucht nach Natur hat Hochkonjunktur. Als Einwohnerin von Berlin gilt das für mich auch. Waldkindergärten, Weitwanderungen, Pilgerangebote, Tipps für Routen durch die Wälder und Natur rund um Berlin sind schnell zu finden. Ein Spaziergang durch den Plänterwald, Grunewald, der Bucher Forst, Glienicker Brücke zur Pfaueninsel, Park Babelsberg, Tegeler Forst mit der „Dicken Marie“, Berlins ältester Baum  und die Jungfernheide sind nur ein paar Beispiele dafür, wo  uns Berlinern ein erholsamer Spaziergang direkt zu Füßen liegt. Man muss nur hingehen und loslaufen.

Bewegung an der frischen Luft senkt erwiesenermaßen die Herzfrequenz und den Blutdruck. Für die Psyche ist der Wald ein Ort der inneren Einkehr. Die Natur bietet Raum und das Fundament, sich auf Wichtiges zu besinnen. Auf manche Frage oder manches Problem, dass man mit sich herumträgt, findet sich im Kraftort Wald bei einem Spaziergang die Lösung. Eine Art Selbstheilung oder ein angestoßener Reparaturprozess. Der Kopf wird leicht und frei.

Berlins schöne Wälder: Jeder sollte sie zur Erholung nutzen

Probieren Sie das selbst mal aus! Obendrein sind hier fast alle Menschen freundlich, die mir begegnen. Man nickt sich kurz zu oder wünscht einen guten Morgen. Das ist schön. Auf der Straße passiert mir das sonst nicht. Allerdings kommen Hundebesitzer schon schneller mal in ein Gespräch.

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Meine Nala, wir sind bereits auf dem Rückweg, läuft freudig schwanzwedelnd zwei netten älteren Damen entgegen und möchte von ihnen gestreichelt werden. Die eine Dame sagt: „Na, ich kenne Dich doch. Willst Du uns einen Guten Morgen sagen?!“ Labradore zeigen sofort und sehr herzlich, wen sie besonders mögen. Auch für diese beiden Freundinnen hat der Wald heute morgen einen schönen Moment bereitgehalten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche! Besuchen Sie den Wald und nehmen eine Prise Erholung!

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com