Auf das Bauchgefühl hören, weist oftmals den richtigen Weg Imago/McPhoto

Liebe Leserinnen und Leser, 

Sie kennen und haben doch auch das gewisse richtige Bauchgefühl in Situationen, wo Entscheidungen anstehen, oder?! Jeder von uns hat es! Das Bauchgefühl wird auch innere Stimme, Intuition oder Instinkt genannt. Es ist nicht nur eine Art Ratgeber, was man tun sollte, sondern warnt auch vor Gefahren.

Das Bauchgefühl zeigt sich bei jedem Menschen anders

Das Bauchgefühl zeigt sich im Körper durch unterschiedliche spürbare Gefühle. Manch einer hat es in der Magengegend, in der Brust oder auf den Schultern. Es handelt sich um einen Teil des Gedächtnisses, der das Erleben und Verhalten eines Menschen beeinflusst, ohne ihm wirklich bewusst zu sein. Es sind Erlebnisse, Erkenntnisse und Informationen, die als eine Art körpereigenes Archiv im Unterbewusstsein gespeichert sind. Steht eine Entscheidung oder Gefahrensituation an, ruft die "Intuition" das im unterbewussten Archiv ab, was gerade gebraucht wird. Das Bauchgefühl denkt schneller und gründlicher als der Kopf.

Aber viele von uns haben verlernt, das Bauchgefühl wahrzunehmen. Vielleicht haben uns auch Zwänge und Lebensumstände dazu gezwungen, die innere Stimme zu unterdrücken. Man passt sich an als reifer erfahrener Mensch. Und denkt, dass Entscheidungen auf Grundlage des nüchternen Verstandes richtiger sind. Die besten Entscheidungen sind aber die, wo das Bauchgefühl auch "ja" sagt.

Alle KURIER-Kolumnen finden Sie auf unserer Kolumnen-Seite! >>

Und jetzt kommt die richtig gute Nachricht: das können wir trainieren! Unser Bauchgefühl wahrzunehmen und womöglich auch immer wieder mehr danach zu handeln. Dazu gehört eine Portion Achtsamkeit im Alltag. Das klingt so bescheuert wie einfach. Bestimmte Situationen bewusst wahrnehmen mit Blick auf auftretende Gefühle. Sind die gut oder schlecht. Gefühle wie Angst oder Gier oder übergroße Liebe sollte man abgrenzen, denn sonst besteht die Gefahr, dass das Gespür für die echte unbewusste Intuition untergeht.

 Selbstvertrauen ist wichtig für das Bauchgefühl. Wir sollten darauf vertrauen, dass das, was wir im Grunde fühlen, richtig ist.

Auf den Bauch hören – auch beim Essen

Das ist mein Vorsatz für das neue Jahr. Und ich übe täglich im Kleinen, wenn ich in der Küche koche oder am Tisch sitze und esse. Denn ich gehöre zu der Generation, wo der Teller stets leer gegessen wird und keine Reste übrig bleiben sollen. Meistens ist die Portion dann viel zu groß gewesen. Schon aus Gewohnheit. Sodann fühle ich mich übersättigt, werde müde. Jetzt versuche ich auf mein Bauchgefühl zu hören. Nehme viel kleinere Portionen an Speisen. Wenn mein Bauch sagt: "es reicht, ich habe genug!" höre ich sofort mit essen auf.

Lesen Sie auch: Gemeinsam älter werden: Fortwährendes Lebensglück im Schauspieler-Haus Feldmeier und Wolff >>

Zwei Senioren im Restaurant. Es muss nicht immer die große Portion sein. Imago

Im Restaurant bestelle ich mir einen Senioren-Teller oder teile mir ein Gericht mit meinem Mann. Das klingt so einfach, aber man muss das ja erst mal erspüren und sich dann trauen. Jetzt fühle ich mich nach dem Essen gestärkt und erfrischt. Und mal sehn, was die Waage dann am Ende des Jahres anzeigen wird. Denn wir sind nun in dem Alter, wo wir natürlich nicht mehr wachsen und aufbauen müssen. Sondern in der Erhaltungsphase. Da kann sich ein gewohntes zu viel an Nahrung schon mal mit einigen Kilos mehr im Laufe des Jahres niederschlagen.

Ich weiß nicht, welche Situationen und Entscheidungen bei Ihnen anstehen in diesem noch sehr jungen Jahr, liebe Leserinnen und liebe Leser. In jedem Fall wünsche ich Ihnen eine laute "innere Stimme", die Ihnen einen guten und richtigen Weg weisen kann.

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.