Die Führerscheine sollen dank neuer EU-Richtlinien aufgepeppt werden.
Die Führerscheine sollen dank neuer EU-Richtlinien aufgepeppt werden. dpa/Ole Spata

In diesem Jahr kommen auf die Autofahrer große Änderungen zu. Jetzt werden ihre Führerscheine  richtig aufgepeppt. Dafür sorgen neue Richtlinien, die laut ADAC die EU nun plant.

Derzeit besitzen 58 Millionen Deutsche den Führerschein. Doch die meisten Autofahrer dürfen mit ihm gerade einmal einen normalen Pkw, ein Mofa und einen Traktor fahren.

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Nun soll der Führerschein der Klasse B, den die meisten Deutschen haben, mehr Macht bekommen. Bisher durfte man mit ihm nur Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen fahren. Wer sich einen Camper oder einen Transporter ausleihen wollte, schaute in die Röhre.

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Führerschein-Änderung: Künftig kann man ohne  Probleme Wohnmobile fahren

Denn die meisten Wohnmobile sind schwerer als 3,5 Tonnen. Inhaber des Führerscheins Klasse B durften sie daher nicht fahren. Da könnte nun die Richtlinienänderung Abhilfe schaffen – mit der geplanten Anhebung der zulässigen Gesamtmasse auf 4,25 Tonnen.

Wohnmobile bis zu 4,25 Tonnen sollen künftig auch Inhaber des Führerscheines Klasse B fahren können.
Wohnmobile bis zu 4,25 Tonnen sollen künftig auch Inhaber des Führerscheines Klasse B fahren können. Imago/ALIMDI.NET / Arterra / Philippe

Wer einen Führerschein Klasse B besitzt, kann diesen in Deutschland auf den Führerschein B196 erweitern. Damit darf man Leichtkrafträder bis 125 Kubikzentimeter fahren – allerdings nur in der Bundesrepublik. Mit Richtlinienänderung soll der B196 nun künftig EU-weit anerkannt werden. Fahrten mit einem 125er-Motorrad über die Landesgrenzen hinweg wären dann möglich.

Aufgrund des Mangels an Lkw- und Busfahrern soll nun das Mindestalter für diese Führerscheine auf 18 Jahre herabgesetzt werden. In Deutschland kann die Klasse C für Lkw momentan erst mit 21 Jahren, die Klasse D für Busse erst mit 24 Jahren erworben werden.

Digitaler Führerschein künftig EU-weit und länderübergreifende Führerscheinprüfungen

Mit der Einführung der neuen Richtlinie soll es nun EU-weit den digitalen Führerschein geben. Eine  entsprechende App auf dem Smartphone soll nun die bisherige Karten bei Kontrollen oder beim Vorzeigen beim Mieten eines Autos ersetzen. Allerdings will man auch weiter auf die Führerscheinscheckkarte setzen, die mit einem QR-Code anstelle des heutigen Chips fälschungssicherer werden soll.

Auch in den Fahrschulen soll sich bei den Prüfungen einiges ändern.
Auch in den Fahrschulen soll sich bei den Prüfungen einiges ändern. dpa/Woitas

Auch für Fahranfänger soll sich so manches ändern. Geplant ist, dass man künftig die theoretische und praktische Führerscheinprüfung in unterschiedlichen Mitgliedstaaten der EU absolvieren kann. Es wird außerdem darüber diskutiert, mit der praktischen Ausbildung erst nach erfolgreicher theoretischer Prüfung zu beginnen. Außerdem könnte die Fahrprüfung zukünftig zumindest teilweise in Simulatoren abgenommen werden.

Nach bestandener Prüfung sind künftig Fahranfänger verpflichtet, ein Jahr nach Erhalt des Führerscheins einen Auffrischungskurs zu belegen. Verkehrssicherheits-Experten hatten diese Maßnahme aufgrund hoher Unfallzahlen empfohlen.