Ein Teller köstlicher Rindersuppe kann glücklich machen Foto: imago/Panthermedia

Liebe Leser und Leserinnen! Sind Sie auch ein Suppenfan?  Mit einer selbst zubereiteten Suppe tun wir uns etwas sehr Gutes. Vor allem, wenn eine Erkältung im Anflug ist oder Erschöpfung in den Gliedern steckt. Es gibt Tage, da habe ich richtig Sehnsucht auf einen Teller heiße, Kraft gebende Suppe. Schon das Einkaufen von Suppengemüse, frischen Kräutern und Suppenfleisch steigert die Vorfreude auf den Genuss. Dabei kommen mir keine Fertigsuppen in Dosen oder Tütenprodukte auf den Tisch! Warum muss immer alles schnell gehen?

Alle KURIER-Kolumnen finden Sie auf unserer Kolumnen-Seite! >>

Für eine selbst gekochte Rindersuppe gehört für mich viel Aufwand und Liebe dazu. Gemüse schnippeln entspannt und ist wie Meditation. Jedes einzelne Gemüsestück nehme ich in die Hand, schäle und zerkleinere es. Karotten beispielsweise schneide ich in dünne Scheiben. Sie sehen hübsch aus, wie die Iris eines Auges. Und Karotten sind bekanntlich ja auch sehr gesund für unsere Augen. Beim Duft der brodelnden Suppe auf dem Herd läuft mir das Wasser im Munde zusammen.

Jetzt verrate ich mein leckeres Rezept für Rindersuppe!

Und jetzt verrate ich Ihnen mein Rezept! Ich kaufe 3 bis 4 Rinderknochen, gern mit Mark, und eine ordentliche Scheibe Beinfleisch (oder auch zwei). Außerdem zwei Packungen Suppengrün und Petersilie. Das kaufe ich am liebsten beim türkischen Gemüsehändler nebenan, denn dort bekomme ich für etwa einen Euro einen sehr großen Bund.

In einen mittelgroßen Suppentopf fülle ich so viel kaltes Wasser, dass man zwei Tage davon essen kann. Alles immer nach Gefühl und Augenmaß. Dann lege ich das Fleisch und die Knochen in den Topf.  Herd an! Jetzt kommen noch zwei Lorbeerblätter, etwa zehn Pfefferkörner und Salz dazu. Das lasse ich ordentlich aufkochen und schöpfe dann mit einem Schaumlöffel den grauen Schaum ab, den das Fleisch und die Knochen abgeben.

Nun spicke ich eine mittelgroße geschälte Zwiebel mit zwei Gewürznelken und gebe sie in den leicht köchelnden Topf. Inzwischen putze ich die erste Portion Suppengrün (ohne Petersilie) und gebe das grob zerschnittene Gemüse nach etwa 30 Minuten zu dem Fleisch in den Topf, damit das Fleisch beim Kochen schon mal etwas Geschmack annimmt. Mindestens  eine Stunde köchelt nun alles vor sich hin.

Beim Schneiden des Suppengrüns ist Naschen natürlich erlaubt!

Dann schäle und zerkleinere ich die zweite Portion Suppengrün. Naschen macht Spaß! Ich liebe den Geschmack von rohem Sellerie und das Knacken und die Süße von Karotten. Idealerweise besteht das Suppengrün aus Knollensellerie, Karotten, Petersilie und Lauch (Porree). Eine Zwiebel hat man ja sowieso immer im Haus.

Lesen Sie auch: Deftige Kartoffelsuppe: Mit diesem Rezept kriegen Sie die ganze Familie an den Tisch >>

Nach einer guten Stunde Köcheln auf dem Herd fische ich die großen Stücke der ersten Portion Suppengemüse heraus und fülle  die zweite klein geschnippelte Portion Suppengrün, bis auf den Lauch, in den Topf. Der kommt etwas später dazu, denn sonst wird er durchs Kochen matschig. Sofort würze ich mit Chiliflocken, denn ich mag gern ein wenig Schärfe in der Suppe, Curry und neuerdings etwas Kreuzkümmel. Alles nach Gefühl und Geschmack. Und lass es weiterköcheln, damit die Gewürze sich in der Suppe entfalten können.

Manchmal gebe ich an meine Rindersuppe noch zwei Esslöffel Graupen etwa 20 Minuten bevor die Suppe servierfertig ist. Dann nehme ich das Suppenfleisch sowie die Knochen heraus. Schneide das Fleisch in kleine mundgerechte Stückchen und gebe sie wieder in den Suppentopf. Wenn das Fleisch schon fast von alleine zerfällt und angenehm nach dem Gemüse duftet, ist es perfekt. Nun eine Kostprobe nehmen, meistens fehlt ein wenig Salz. Herd aus!

Lesen Sie dazu jetzt auch: Würzig, deftig, köstlich: Diese Knoblauch-Suppe müssen Sie probieren! Mit leckerem Brot ist sie das perfekte Abendessen … >>

Kleingehackte Petersilie oben auf die Suppe geben und die frisch zubereitete Rinderbrühe mit Gemüse ist fertig und kann sofort genossen werden! Guten Appetit! Meistens gönne ich mir zwei oder sogar drei Teller von dem Kraft gebenden Seelenwärmer. Und schon am nächsten Morgen wärme ich mir zum Frühstück einen Teller auf. Stoße ich auf meinen Wegen durch Berlin auf einen Suppenladen, muss ich einkehren und probieren! 

Lieben Sie auch Suppen so wie ich – und kochen nach einem besonderen Familienrezept? Verraten Sie es mir doch bitte! Dem Nachkochen könnte ich gar nicht widerstehen...  Lassen Sie es sich schmecken!

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.