Will Ferrell im Film „Buddy - Der Weihnachtself“. Imago/United Archives

Direkter vor der Tür stehen als heute kann Weihnachten kaum. Morgen ist schon Heiligabend. Dann werden Geschenke ausgetauscht, vielleicht wird hier und dort gesungen oder eine Kirche besucht, es wird fürstlich (oder aber spartanisch, je nach Brauch) gegessen und abends wird dann mit gefülltem Magen gerne mal der Fernseher angeworfen, um einen der zahlreichen Weihnachtsfilme zu schauen. Und weil der Abend nicht so recht ausreichen mag für all das, was es zu sehen gibt, schauen viele Menschen schon den ganzen Dezember über das, was sie Weihnachtsfilme nennen. Dabei haben viele von ihnen nicht unbedingt etwas damit zu tun. Eine Auswahl.

Weihnachten ist Zeit für alte Schinken

Da wären erst einmal hornalte Sandalenfilme wie „Ben Hur“ von 1959, die die Zuschauer wohl in „gute alte Zeiten“ versetzen sollen und immerhin am Heiligabend mit ihrer langen Dauer und zähen Erzählgeschwindigkeit, viel Zeit zum Verdauen fettiger Speisen bieten.

Das Wagenrennen ist eine der spannendsten Szenen in William Wylers Film „Ben Hur“. Imago/Prod.DB

Lesen Sie auch: Jahresrückblicke im Fernsehen: DARUM sollten Sie bei dieser Art von Programm einfach abschalten! >>

Aber auch modernere Film-Epen werden in der Weihnachtszeit gerne geschaut. „Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ werden da immer wieder genannt. Oder etwa die „Star Wars“-Filme. Überraschenderweise nennen viele Menschen auch immer wieder die Action-Film-Reihe „Stirb langsam“, die ja immerhin in einer Welt spielt, in der es Weihnachten gibt und deren Handlung sogar an Heiligabend beginnt.

Auch Märchen können Weihnachtsfilme sein

Verschiedene Märchenverfilmungen gehören auch längst zu den Weihnachtsklassikern. Den absoluten Spitzenplatz hat hier freilich „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ mit Libuše Šafránková in der Hauptrolle. Weihnachtlich ist auch diese Geschichte nicht, dafür liegt reichlich Schnee. Das ist auch in der Weihnachtsfolge von „Michel aus Lönneberga“ der Fall. Auch die Verfilmungen der Astrid Lindgren-Geschichte werden um die Weihnachtsfeiertage immer wieder gezeigt.

Lesen Sie auch: Veganes Weihnachtsessen: Dieses Hackbraten-Rezept kommt ohne tierische Produkte aus! >>

Der Prinz (Pavel Travnicek) passt Aschenbrödel (Libuse Safrankova) im Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" den verlorenen Schuh an. dpa/WDR

Lesen Sie auch: Auf Weihnachtskarte: HIER zeigen Harry und Meghan erstmals ihre kleine Tochter Lilibet >>

Aber es gibt sie tatsächlich: Die Weihnachtsfilme, die Weihnachten zum Thema haben wie die unzähligen Verfilmungen, Adaptionen und Abwandlungen von Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte um den wenig umgänglichen und vor allem recht geizigen Unternehmer Ebenezer Scrooge.

Weihnachtsfilme können auch romantisch sein

Andere bevorzugen romantische Filme wie „Tatsächlich… Liebe“, für den Regisseur Richard Curtis im Jahr 2003 beinahe die gesamte britische Filmprominenz (und die Wahlberlinerin Heike Makatsch) zusammengetrommelt und ein echtes Feuerwerk der Gefühle gezaubert hat. Oder sie halten keine Vorweihnachtszeit ohne Ron Howards Kassenschlager „Der Grinch“ durch.

Lesen Sie auch: Wintersport ohne Winter? Warum das eigentlich Blödsinn ist und was geschehen muss! >>

Heike Makatsch und Alan Rickman im Film „Tatsächlich... Liebe“. Imago/Allstar

Und dann gibt es noch eine ganze Menge Weihnachts-Klamauk wie beispielsweise sämtliche „Santa Clause“-Filme mit Tim Allen, den Film „Schöne Bescherung“ mit einem unglaublich jungen Chevy Chase und ein Film, der sich mir persönlich in den vergangenen Jahren ziemlich ins Herz gebrannt hat: „Buddy – Der Weihnachtself“ mit dem großartigen Will Ferrell in der Hauptrolle.

Weihnachtsfilme: Darum geht es in „Buddy - Der Weihnachtself“

Der spielt dabei nämlich einen Mann, der als Baby im Waisenhaus in den Sack des Weihnachtsmannes schlüpfte, unter Elfen aufwuchs und trotz zahlreicher noch so eindeutiger Hinweise erst im Alter von 30 Jahren herausfand, dass er selbst gar kein Elf ist. Also machte er sich auf den Weg nach New York, um seinen Vater (eine Mischung aus Grinch und Ebenezer Scrooge) kennenzulernen. Wie in amerikanischen Filmen üblich geht das erst schief und am Ende doch gut.

Alle KURIER-Kolumnen finden Sie auf unserer Kolumnen-Seite! >>

Preisverdächtig ist dieser Film am Ende sicher nicht. Dafür aber mit einer übertrieben Portion Will Ferrell-Humor und einem Happy End vielleicht genau das richtige für die Weihnachtszeit. Sollte der Film Ihnen unter die Finger kommen, schauen Sie ihn sich ruhig an.

Und welche Klassiker kommen an Heiligabend im Fernsehen? Die ARD zeigt beispielsweise um 12.10 Uhr „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, das ZDF um 14.55 Uhr „Michel in der Suppenschüssel“, Pro7 zeigt ab 16.40 Uhr die ersten beiden Teile von „Herr der Ringe“ und Sat.1 ab 20.15 Uhr „Kevin Allein zu Haus“. Am 25. kommt dann auf RTL um 20.15 Uhr „Der Grinch“, Sat.1 zeigt 16 Uhr die Tim Allen-Komödie „Santa Clause 3“ und auf Pro7 gibt es das Harry Potter-Spin-off „Phantastische Tierwesen 2“. Die anderen Filme liefen bereits in der Vorweihnachtszeit, sind aber auf den gängigen Streaming-Plattformen zu finden.

Domescu Möller schreibt jeden Donnerstag im KURIER über die Welt des Fernsehens.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.