Die Ostseestrände auf Rügen oder Usedom sind für die letzten zwei Ferienwochen ein gutes Ausflugsziel.
Die Ostseestrände auf Rügen oder Usedom sind für die letzten zwei Ferienwochen ein gutes Ausflugsziel. dpa/Stefan Sauer

Irgendwann geht auch die schönste Zeit des Jahres vorbei. Die letzten zwei Ferienwochen brechen  jetzt für die Berliner an. Auch wenn mein Urlaub schon der Vergangenheit angehört, habe ich mir vorgenommen, nun noch ein bisschen Sommerferienglück zu genießen. Etwa an meinen arbeitsfreien Tage mit einer kleinen Familien-Tour irgendwo durch den Osten: Denn der ist zwischen Arkona und Zittau immer eine Reise wert.

Nur wohin soll sie denn nun gehen? Ich bin da noch mächtig am Grübeln. Vielleicht an die Ostsee, der beliebten Badewanne der Berliner. Das Kap Arkona auf Rügen mit seinem wunderbaren Leuchtturm und den Kreidefelsen ums Eck wären ein schönes Ziel.

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Usedom wäre auch eine Kurzreise wert, die Deutschlands zweitgrößte und sonnenverwöhnteste Insel ist. Noch mehr turnt  mich aber Hiddensee an. Natürlich möchte ich dort zum Strandliegen, zum Baden und abends zum Schollen-Angeln hin   – oder was haben Sie denn gedacht? Klar, auch ich habe es gelesen, dass dort irgendwelche Spaßvögel eine elektronische Informationstafel gehackt haben, die für kurze Zeit einen knallharten Porno statt den Insel-Wetterbericht zeigte.

Sachsens Glanz und Gloria: Dresden ist nicht nur abends eine zauberhafte Stadt.
Sachsens Glanz und Gloria: Dresden ist nicht nur abends eine zauberhafte Stadt. imago-images/Westend 61

Noch einmal weg in den Ferien: Ostsee wäre toll, aber auch Dresden lohnt sich

Apropos Wetter: Sollten die letzten Ferientage zu hitzig werden, käme auch eine Bahnfahrt nach Dresden infrage. Frauenkirche, Zwinger, Grünes Gewölbe sind gute Orte zum Abkühlen. Im letzteren kann ich dann meinen Sohn erzählen, wie ich als kleiner Junge den ganzen Laden zusammenschrie, weil ich unbedingt noch einmal ein Porzellanschiff in der Ausstellung sehen wollte. Fragen Sie mich nicht warum und wo das Ding im Grünen Gewölbe stand. Meinen Eltern war die Geschichte jedenfalls mehr als peinlich.

Von Dresden könnte man gleich einen Abstecher nach Zittau machen. Dort wird in der Klosterkirche gerade der frisch restaurierte Epitaphien-Schatz präsentiert. Das sind kostbare gestaltete Gedenktafeln, die die Zittauer im 16. Bis 18. Jahrhundert für ihre verstorbenen Familienmitglieder in Kirchen anbringen ließen.

Die Landesgartenschau in Beelitz ist mit seiner Blumenpracht Urlaub pur.
Die Landesgartenschau in Beelitz ist mit seiner Blumenpracht Urlaub pur. dpaJörg Carstensen

Vielleicht wäre etwas Lebensbejahendes für den letzten Teil der Sommerferien angebrachter. Ich denke da an die Brandenburger Landesgartenschau in Beelitz mit seiner herrlichen Blumenpracht. Ein Tagesausflug dorthin lohnt sich allemal.

Oder auch Magdeburg: Die Bahnfahrt mit dem 9-Euro-Ticket ist nicht teuer und der Regionalexpress  fährt stündlich und braucht nicht einmal zwei Stunden. Das lohnt sogar für einen spontanen Tagestripp nach Magdeburg, der mit seinem Dom und dem Jahrtausendturm im Elbauenpark so manche Sehenswürdigkeit zu bieten hat. Als leidenschaftlicher Angler würde ich einen Abstecher an die Elbe machen. Ein Zander fürs Abendbrot, das wär’s!

So viele schöne Reiseziele hat der Osten für einen Kurztrip zu bieten – und ich weiß noch immer nicht, für welches ich mich entscheiden soll. Vielleicht haben Sie ja eine Idee und verraten mir, wo Sie die letzten zwei  Ferienwochen genießen würden. Ich bin gespannt.

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com