Könnte für einen Aufschwung Ost sorgen: Das neue Schiffshebewerk in Niederfinow, das 2022 in Betrieb gehen soll. Imago/Future Image

Sie werden es nicht glauben: Ich bin gerade dabei, meine guten Vorsätze für das neue Jahr in die Tat umzusetzen. Dazu gehört, dass ich nun nur noch optimistisch in die Zukunft schaue. Das meine Sichtweise richtig ist, beweist, dass wir gerade nicht wie beim Jahresbeginn 2021 im Lockdown sitzen, obwohl die Corona-Variante Omikron nun durch die Stadt wütet. Das macht irgendwie schon Mut.

Mut macht auch, wenn man sich die Vorhaben ansieht, die sich die östlichen Regionen unseres Landes für das neue Jahr vorgenommen haben. Das sieht ja, optimistisch betrachtet, ganz nach einem erneuten Aufbruch Ost 2.0 aus!

Nehmen wir nur Brandenburg, da scheint ja 2022 richtig die Post abzugehen. Da soll ja nun mit Verspätung endlich  in diesem Jahr die Massenproduktion der Elektroautos von Tesla in der nagelneuen Fabrik in Grünheide starten. Die dafür notwendige Genehmigung des Werkes soll ja auch endlich kommen. Dann könnten  die ersten schicken Elektroautos vom Band rollen.

Alle KURIER-Kolumnen finden Sie auf unserer Kolumnen-Seite! >>

Mit viel Optimismus geht Tesla 2022 an den Start

Sollte daraus nichts werden – dann kann ja Tesla auch umsatteln und Elektro-Fahrräder herstellen. Darüber würde man sich im benachbarten Berlin sogar sehr freuen, wo man eh mehr auf Drahtesel als aufs Auto setzt. Wie gesagt, man muss es nur positiv sehen.

Auch, dass nach 13 Jahren Bauzeit das neue Schiffshebewerk in Niederfinow (Barnim) in diesem Jahr endlich fertig wird. Etwa eine halbe Milliarde Euro hat der Bau verschlungen, der voraussichtlich im Herbst an den Start gehen und den Schiffsverkehr in unserer Region voranbringen wird.

Die Tesla Gigafactory in Grünheide wächst und wächst. Vielleicht klappt es 2022 mit dem Start. dpa

Sogar am Pleiten- und Pannenflughafen BER, wo ja nun wieder Mängel auftauchten, gibt es eine Art Aufschwung Ost, der eher in Richtung Westen über den großen Teich gehen wird. Ab März will dort die US-Fluggesellschaft United Airlines wieder voll in den Flugbetrieb einsteigen und täglich vom BER nach New York fliegen. Ab Mai geht es nach Washington D.C. Dazu soll ja noch der Terminal 2 öffnen. Bleibt zu hoffen, dass die Passagiere nicht auch noch 2022 in langen Warteschlangen beim Check-in oder am Kofferband ausharren müssen wie im vergangenem Jahr.

Landesgartenschau 2022: In Beelitz gibt es blühende Landschaften

Aber wir wollen ja positiv in die Zukunft des Ostens schauen. Während man in Mecklenburg-Vorpommern neue Touri-Magneten wie Wellness für Pferde oder eine neue Golfanlage anbietet, erleben wir im Frühjahr blühende Landschaften in Brandenburg. Dann wird in Beelitz nicht nur der begehrte Spargel sondern auch die Landesgartenschau 2022 serviert. Das Motto der Schau, die vom 14. April bis 31. Oktober dauern soll, lautet „Garten für alle Sinne“. Na, da lasse ich mich doch gerne  vom Blumenduft verführen, bevor ich mir ein Schnitzel mit Spargel genehmige.

Der Aufbau läuft schon: Mitarbeiter eines Gartenbaubetriebes stellen Kuhfiguren auf der 15 Hektar großen Gelände der Landesgartenschau in Beelitz auf.  dpa

Und wenn alles gut läuft, kann ich im Sommer mit meinem Auto mit vollem Schwung durch den nördlichen Osten düsen. Denn bis dahin soll die nervige Dauerbaustelle auf der A24 endlich fertig sein und wieder für einen freien Weg zur Ostsee sorgen.

Selbst, wenn etwas schiefgehen sollte – ich bleibe jedenfalls optimistisch: 2022 wird für uns und für unsere Heimat ein garantiert gutes Jahr!

Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com