Lebensfreude pur beim Singen empfinden  "Die Herzschrittmacher", Letzte Proben des Laienchors vor der ersten Premiere im Schillertehater am 12. Dezember
Lebensfreude pur beim Singen empfinden  "Die Herzschrittmacher", Letzte Proben des Laienchors vor der ersten Premiere im Schillertehater am 12. Dezember Sabeth Stickforth

Liebe Leserin und lieber Leser,

wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.

Und nun ist es  endlich soweit! Nach der Chorgründung im Jahr 2019, pausieren und improvisieren wegen der Corona-Maßnahmen in den vergangenen zwei Jahren, fiebert der 66+ Chor "Die Herzschrittmacher" ihrer ersten Premiere entgegen. Wegen des anstehenden Konzerts treffen sich die 37 leidenschaftlichen Sänger nun zweimal wöchentlich zur Chorprobe im Foyer des Schillertheaters. Alles muss stimmen: der Text, der Einsatz, der Takt, das Tempo. Die Songs hat der renommierte Chorleiter Wolfgang Thierfeldt ausgewählt. 

Bei der Probe dirigiert stehend an einem E-Piano und der Chor steht im Halbkreis vor ihm. Die Lieder scheinen tatsächlich jedem einzelnen Gesangsmenschen hier auf den Leib und ins Herz geschnitten. Ob "Über den Wolken" (Reinhard Mey), "Vier Wände" (Rio Reiser) oder "Halt mich" von Herbert Grönemeyer. Es klingt anders, irgendwie tief und sehr ehrlich, wenn man mit 70 Jahren z.B. singt: Das Leben ist zu kurz für dumme Laberei und schlechte Musik. Singen und Musizieren macht glücklich und stark. Es stärkt sogar das Immunsystem. Darüber gibt es unzählige Studien. Und bei den Herzschrittmachern ist die gegenseitige Zuneigung, Akzeptanz und Interesse greifbar im Raum mit den Melodien. Hier sind Freundschaften entstanden über Grenzen und Bezirke hinweg in ganz Berlin und Brandenburg. Einmal im Jahr im Sommer organisieren die Laiensänger ein privates Chorfest, auf das sich alle freuen.  Alle möchten  dabei bleiben und sind gespannt, was sie gemeinsam noch so auf die Beine und Bühne stellen werden. Alt an Jahren aber jung im Herzen, das ist die Kraftquelle bei den Herzschrittmachern. 

 Chorleiter Wolfgang Thierfeldt dirigiert und übt die Songs am Klavier
 Chorleiter Wolfgang Thierfeldt dirigiert und übt die Songs am Klavier Sabeth Stickforth

Ganz sicher einmalig in Berlin war bei der Chorgründung die Maßgabe, Eintrittsalter soll 66+ sein! Bei den meisten Chören wird man ab 50 Jahren gar nicht mehr aufgenommen. Die menschliche Stimme verliert an Kraft oder wird brüchig. Für meinen Geschmack, trifft  das hier überhaupt nicht zu. Die Lebenserfahrung und Reife der Sänger gibt der Interpretation der Songs eine besondere Qualität.

Berlin ist eine singende, klingende Stadt. Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es derzeit 1500 Chöre mit 50.000 Sängerinnen und Sängern. Berliner Chöre bestimmen das öffentliche Musikleben in erheblichem Maße mit, denn bei rund 10.000 Konzerten und Veranstaltungen werden ca. 1,6 Millionen Zuhörer erreicht. (Quelle: Berlin.de)

Angelika Rohrwasser (72) singt das Solo in "Halt mich". Frank Zemke (70) mag die Beatles und Jazz und gute Schlager. Macht seit der Kindheit Musik
Angelika Rohrwasser (72) singt das Solo in "Halt mich". Frank Zemke (70) mag die Beatles und Jazz und gute Schlager. Macht seit der Kindheit Musik Sabeth Stickforth

Freuen Sie sich, liebe Leser auf einen mitreißenden Abend, der gute Laune und Frohsinn garantiert. Bei diesen drei Weihnachtsliedern ist Mitsingen sogar erwünscht. "Leise rieselt der Schnee", "Oh, Du Fröhliche" und " Es ist für uns eine Zeit angekommen" Erinnern Sie schon mal den Text der Weihnachtslieder und singen sie lauthals. Das macht echt glücklich.

Ihre Sabine Stickforth

Am Montag, den 12.12. um 19.00 Uhr, Komödie im Schillertheater, Spieldauer: ca 2 Stunden inkl. Pause

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.