Das Holländische Viertel in Potsdam ist einen Ausflug wert. imago/Chromorange

Liebe Leserinnen und liebe Leser, nachdem ich mich über zwei Jahre streng an die Corona-Regeln gehalten habe, auch an die Isolation im Homeoffice, beginne ich jetzt durch die Lockerungen langsam wieder mit Auftauchen ins echte, aktive Leben. Draußen ist es kalt und es weht ein schneidiger Wind. Aber ich freue mich über Sonne, die aufblühende Natur und einen milden Frühling. Nichts wie raus und endlich wieder was erleben!

Das Holländische Viertel in Potsdam ist einen Ausflug wert

Wärmstens empfehle ich einen Besuch im Holländischen Viertel in Potsdam. Die roten Backsteinhäuser, zweigeschossig und mit ihren traditionellen niederländischen Giebeln sind eine willkommene Abwechslung zu den vier- und fünfstöckigen Häusern in Berlin. Schon beim Betreten der ersten kleinen Straße fühlt man sich gleich willkommen und familiär wie in Holland.

Auf vier Karrees mit insgesamt 134 Häusern ist das Holländische Viertel in Potsdam das einzige geschlossene Stadtviertel im niederländischen Baustil in Europa. Ab 1733 haben sich holländische Handwerker hier fast zehn Jahre lang ein kleines heimisches Städtchen gebaut, unter der Leitung des holländischen Baumeisters Jan Bouman. Der Soldatenkönig Wilhelm I. hatte ihn beauftragt, denn er brauchte im kargen, menschenleeren Brandenburger Land gute Handwerker zum Ausbau der Garnisonsstadt.

Wohin im Frühling? Dieses Potsdamer Viertel müssen Sie gesehen haben!

Zu der Zeit waren die holländischen Handwerker für ihr Können, ihr Wissen und ihre Fertigkeit weit bekannt. Noch heute scheint das Holländerviertel eine beliebte Wohngegend zu sein. Das konnte ich bei meinem Streifzug durch das anheimelnde Viertel beobachten. Die Bewohner begrüßen sich herzlich und halten auf der Straße einen kleinen vertrauten Schnack (würde der Norddeutsche sagen).

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Man wohnt hier nicht nur gut, sondern das rote Klinkerviertel ist auch Heimstätte von vielen kleinen charmanten Läden, Boutiquen, Galerien und Werkstätten. Leider fällt auch in diesem Jahr im April das traditionelle Tulpenfest aus. Aber vielleicht werden ja später im Jahr der Töpfermarkt im September und der holländische Weihnachtsmarkt in der Adventszeit stattfinden. Und natürlich gibt es hier auch fabelhafte Restaurants, Feines und Deftiges für jeden Geschmack, sogar die traditionell holländischen Poffertjes und Pannekoeken.

Am Ende gönne ich mir eine dicke heiße Schokolade

Über das alte Kopfsteinpflaster kehre ich immer wieder in den einen oder anderen kleinen Shop oder in eine Boutique ein. Schön ist es, dass mein Auge hier endlich mal andere Dinge sieht, als das, was wir in unseren großen Kaufhäusern und Kettenläden in Berlin antreffen. Die Besitzer der kleinen Klamottenlädchen im Holländischen Viertel legen großen Wert auf das Besondere. Und sie sind sehr gastfreundlich. Übrigens muss man ja nicht gleich alles kaufen. Gucken kostet nichts und ist meine große Leidenschaft.

Im Nu ist die Zeit verflogen und ganz zum Schluss gönne ich mir eine Tasse heiße Schokolade mit Sahne im Maison Du Chocolat. Liebe Leserinnen und Leser, das müssen sie wirklich unbedingt probieren! Kaum etwas schmeckt so lecker! Bitter und süß streichelt die dicke warme Schokolade den Gaumen und dann die Seele. Auf nach Potsdam, lassen Sie es sich mal wieder richtig gut gehen!

Ihre Sabine Stickforth

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
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