Die Frauen- Demo vor dem Geisterhaus in Friedenau, das seit 20 Jahren verfällt. Foto: Uhlemann/pressefoto-uhlemann.de

Berlin - Frauen-Power am Internationalen Frauentag: Die Berlinerinnen feierten am Sonntag kampfstark ihren Feiertag, den es seit einem Jahr in der Hauptstadt gibt. In Friedenau (Tempelhof-Schöneberg) besetzten sie symbolisch ein Geisterhaus.

Etwa 20 Frauen der Nachbarschaftsinitiative Friedenau demonstrierten mit Transparenten vor dem 1897 erbauten Gebäude an der Stubenrauchstraße. Seit über 20 Jahren stehen die 16 Wohnungen in dem Geisterhaus leer. Das Gebäude verfällt. Mit ihrer Demo wollten die Friedenauer Frauen das Gebäude „wiederbeleben“.

Seit Jahren liegt der Bezirk mit der Eigentümerin des Geisterhauses im Dauerstreit. Sie soll das marode Gebäude wieder instandsetzen und bewohnbar machen. Dazu wurde die Frau auch Ende des vergangenen Jahres vom Verwaltungsgericht Berlin verurteilt. Doch die Eigentümerin weigerte sich bisher, auf eigene Kosten mit den Bauarbeiten zu beginnen, obwohl das Bezirksamt ihr ein Zwangsgeld in Höhe von 5000 Euro aufbrummte. Eine mögliche Beschlagnahme des Gebäudes und der Einsatz einer Treuhänderschaft durch den Bezirk wird bisher von den Behörden abgelehnt.

Die Nachbarschaftsinitiative Friedenau kämpft seit 2016, um das Geisterhaus an der Stubenrauchstraße vor dem Verfall zu retten. Ihr Wunsch: Das Haus soll künftig ein gemeinschaftliches Wohnprojekt werden.

Zu einer großen Frauentagsdemo hatten sich am Sonntag zudem Tausende Berlinerinnen am Leopoldplatz versammelt. „Gemeinsam kämpfen wir gegen jede Diskriminierung, gegen patriarchale Strukturen und für uneingeschränkte Gleichberechtigung“, hieß es in dem Aufruf der Veranstalter zum  „Frauenkampftag“.

Eine weitere Demo fand am S-Bahnhof Warschauer Straße statt. Eine Fahrraddemo zum Frauentag gab es zuvor in Kreuzberg. Die Protestfahrt ging vom Mariannenplatz zur Oberbaumbrücke.