Prächtig: So soll der historische Riviera-Saal im Jahr 2021 aussehen. Foto: JOI-Design GmbH Innenarchitekten

Berlin - Kronleuchter, edler Stuck und dezente Farben am Gemäuer: Der legendäre Festsaal im Haus Riviera soll im Sommer 2021  glänzen wie zu seinen besten Zeiten. Der Bauherr Terragon AG  will die seit 1991 leerstehenden Baudenkmäler Riviera und Gesellschaftshaus vor weiterem Verfall retten. Die aktuellen Bauarbeiten seien kein Abriss, wie der Ortsverein Grünau kritisiert hatte. In Wahrheit starte der Aufbau.

 Die Terragon AG wehrt sich gegen  Vorwürfe, wonach  die ehemaligen Ausflugslokale in Grünau            abgetragen und für die Errichtung einer Seniorenwohnanlage zerstört würden.  Terragon-Vorstand Annette Heilig versichert, dass das Bauprojekt unter strenger Beachtung des Denkmalschutzes ablaufe.    Das Unternehmen untermauert dies mit der Veröffentlichung eines Computer-Schaubilds, das   zeigt, wie der historische Riviera-Saal rekonstruiert werden soll – mit großen Fenstern, die viel Sonnenlicht hereinlassen.

Bereits im Sommer 2021 soll der  wiederhergestellte Riviera-Saal von der Öffentlichkeit bestaunt werden können. „Die Denkmäler, insbesondere der historische Riviera-Saal, sind ein baulicher Glanzpunkt unseres gesamten Vorhabens“, so Heilig. Der Saal werde nicht nur den Bewohnern der Seniorenwohnanlage offenstehen, sondern als Restaurant und Veranstaltungssaal der  gesamten Grünauer Nachbarschaft.

10 Millionen Euro werden investiert

Im Vorfeld der Arbeiten hätten Bauhistoriker und Restauratoren, so Annette Heilig, die historische Substanz von Riviera und Gesellschaftshaus  umfassend untersucht. Auf dieser Grundlage seien bauliche Maßnahmen zum Erhalt der Denkmäler mit dem Bezirk Treptow-Köpenick vereinbart worden. Alles sei dann in einem denkmalschutzrechtlichen Vertrag festgehalten worden. „Der Erhalt der Denkmäler ist für uns keine lästige Pflicht, sondern integraler Bestandteil unseres Vorhabens“, sagt Annette Heilig. Man investiere mehr als zehn Millionen Euro in die ehemaligen Ausflugsgaststätten.

Das Gesellschaftshaus war, wie berichtet, im Juli 2019 bei einem Brand schwer beschädigt worden. Gleichwohl soll es jetzt, so Annette Heilig, „in seiner stadtbildprägenden Kubatur mit historischer Fassadengestaltung und Fenstergliederung denkmalgerecht saniert werden“. Es erhalte unter Verwendung der historischen Stützen auch seine Veranda wieder.  Der Ortsverein Grünau hatte mit Blick auf die laufenden Bauarbeiten beklagt, dass die historische Veranda verschwunden sei.   Beide Gebäude, Gesellschaftshaus und Riviera, würden insgesamt den Eindruck erwecken, entkernt worden zu sein.  

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hingegen konnte bei einer Baustellen-Begehung keinen widerrechtlichen Abriss feststellen. Der Denkmalschutz bleibe gewahrt. Die Terragon, ein Berliner Projektentwickler, verspricht allen Kritikern zudem, dass ein öffentlicher Uferweg entlang der Dahme angelegt wird.